Gewerkschafter im Gespräch mit Landeschef Doskozil. Die FSG lud in der Arbeiterkammer zur Diskussion. Im Mittelpunkt standen vor allem Fragen zu Arbeitsmarkt, Mindestlohn, öffentlichem Verkehr und Gesundheit.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 15. Januar 2020 (11:52)

Die Einladung zur „Diskussion auf Augenhöhe“ wurde im Festsaal der Arbeiterkammer in Eisenstadt mit einem innovativen Gesprächsformat umgesetzt: Die rund 150 Besucher hatten sich um die drei Haupt-Diskutanten – Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, AK-Präsident Gerhard Michalitsch und FSG-Vorsitzenden Erich Mauersics – gruppiert und konnten im „inneren Kreis“ Fragen stellen; die Themen wurden eingangs per Smartphone festgelegt.

Die meisten Nennungen hatte dabei das Stichwort „Mindestlohn“; die 1.700 Euro netto im Landesdienst werden von den Arbeitnehmervertretern ausdrücklich begrüßt. Zu seinem „emotionalen Lieblingsthema“ sagte Landeshauptmann Doskozil: „Wenn man ordentlich bezahlt, bekommt man auch ordentliche Mitarbeiter.“ So hätten sich bei den aktuellen Ausschreibungen für Reinigungskräfte im Landesdienst bis zu 400 Personen beworben.

„Firmen zum Umdenken bewegen“

Doskozil ging auch auf Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth ein, der als Folge der Mindestlohn-Debatte ja den Aufsichtsrat der Energie Burgenland verlassen hatte ( die BVZ berichtete, siehe hier ): „Ich verstehe schon, dass der Mindestlohn für die Privatwirtschaft wie eine ,gefährliche Drohung‘ klingt, aber wir wollen die Unternehmen auch zum Umdenken bewegen.“ Im Landesdienst soll die Vorgabe im ersten Halbjahr 2020 nun auf alle Unternehmen der Landesholding und bis Anfang 2021 auch auf die Gemeinden ausgeweitet werden.

Als weitere Themen wurden in der Runde unter anderem die Pflege, der öffentliche Verkehr, der Gratiskindergarten oder Gesundheitsfragen diskutiert.  Zum Abschluss betonte FSG-Landessekretär Andreas Rotpuller mit seinem Team, man werde „die letzten Tage bis zur Wahl dafür nutzen, die Menschen zu überzeugen, dass die SPÖ der Ansprechpartner für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“ sei.