Molnár: "Doch ein wenig wehmütig". Géza Molnár zog Bilanz über seine Zeit als FPÖ-Klubobmann und übergibt jetzt an Hans Tschürtz. Den Parteichef-Posten wollte er aus privaten Gründen nicht annehmen, erzählte Molnár in seinem offenen Statement.

Von Wolfgang Millendorfer und Redaktion APA. Erstellt am 06. Februar 2020 (13:27)
Auszug aus dem Klubchef-Büro. Géza Molnár mit Umzugs-Karton und persönlichen Erinnerungsstücken - wie diesem Porträt eines befreundeten Künstlers.
Wolfgang Millendorfer

"Es ist mir bewusst, dass sich die Welt weiterdreht, aber beim Ausräumen des Büros bin ich doch ein wenig wehmütig geworden", nannte Géza Molnár einen der Gründe, weshalb er sich auch im Rahmen eines Pressegespräches von seinem Posten als FPÖ-Klubchef verabschieden wollte. Wenn sich der neue Landtag am 17. Februar konstituiert, übernimmt Hans Tschürtz als Klubobmann; wie berichtet, stellt sich Alexander Petschnig dann am 7. März der Wahl als neuer FPÖ-Landesparteiobmann.

Dass Molnár den blauen Chefposten nicht wollte, obwohl er ihn angeboten bekommen hatte, erklärt er mit persönlichen Gründen: "Ich habe auch erkannt, dass ich in den vergangenen Jahren den privaten und gesundheitlichen Bereich vielleicht ein wenig vernachlässigt habe. Aus meinem Innersten ist kein klares Ja gekommen." Hätte er sich dafür entschieden, so Molnár, hätte es aus seiner Sicht Diskussionsbedarf gegeben, ob der Landesobmann nicht zugleich auch Klubchef sein sollte - dies sei aber nicht der Grund für seine Absage, hielt er fest.

Übergabe auch als Eisenstadt-Klubchef

Im Eisenstädter Gemeinderat übergibt Géza Molnár den FPÖ-Klubchef-Posten an Konstantin Langhans (v.l.).
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Um den Parteivorsitz werde er sich auch nicht nachträglich beim Landesparteitag bewerben. Er habe ein Rückkehrrecht in den Landesdienst, das er mit 18. Februar auch ziehen werde. Seine Aufgabe als Landtagsabgeordneter werde er "mit voller Energie erfüllen". Darüber hinaus bleibt er Bezirksparteichef und Stadtparteiobmann in Eisenstadt. Den Klubchef im Gemeinderat gibt er ab an Konstantin Langhans. Aber, so Molnár: "Mein Feuer für die Kommunalpolitik brennt nach wie vor und ich freue mich, dass jetzt wieder mehr Zeit dafür ist."

Auch für die viereinhalb Jahre Regierungszusammenarbeit mit der SPÖ hat Molnár zum Abschied fast nur positive Wort übrig. Die FPÖ sei "recht unkonventionell" und nach Meinung mancher in einigen Phasen "vielleicht auch etwas unprofessionell" an die neue Aufgabe herangegangen. Für die SPÖ andererseits sei es etwas völlig Neues gewesen, "einen Koalitionspartner zu haben, der nicht bei jeder Gelegenheit versucht, auf Kosten des Partners Schlagzeilen zu machen".
Dieser zwischenmenschliche Zugang sei "womöglich mehr als die halbe Miete".

Er sei auch "jenen Kollegen aus der der SPÖ, die mit den Freiheitlichen am Anfang vielleicht wenig anfangen konnten", dankbar, dass es die Möglichkeit gegeben habe, einander kennenzulernen - "dass sie sehen konnten, dass hinter dem ,Waffenstudenten' der FPÖ ein Mensch steckt, der nicht so zwieder ist".

In schwierigen Phasen seien die Koalitionspartner "immer füreinander da" gewesen. Der SPÖ, die nun "eine Riesen-Verantwortung" trage, wünsche er alles Gute. Die Sozialdemokraten würden es in einer Alleinregierung in manchen Phasen nun schwerer haben als mit Koalitionspartner, erwartet der scheidende FPÖ-Klubobmann.