Eisenstadt

Erstellt am 13. November 2018, 13:57

von APA Red

Bio in Landesküchen: Grüne legen Zehn-Punkte-Agenda vor. Die Küchen in landesnahen Betrieben im Burgenland sollen künftig gesünder, biologischer und regionaler werden.

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Ein Beschluss dazu soll am Donnerstag im Zuge der Landtagssitzung von allen im Landtag vertretenen Parteien und dem freien LAbg. Gerhard Steier erfolgen. Die Grünen Burgenland haben am Dienstag eine 10-Punkte-Agenda vorgelegt, die nach der Beschlussfassung abgearbeitet werden soll.

"Ich halte das schon für einen Meilenstein", berichtete die Grüne Landessprecherin Regina Petrik bei einer Pressekonferenz. Für eine zielsichere Umsetzung brauche es allerdings einen durchdachten Plan. Das lasse sich nicht einfach verordnen, so Petrik. Um keine Zeit zu verlieren, habe man daher eine Zehn-Punkte-Agenda erarbeitet. Diese beinhaltet u.a. die Erhebung, wie viele und welche Betriebe von dem Beschluss betroffen sind und die Definition von "regional". Vor allem die Schulung von Mitarbeitern sei ein "ganz zentraler Punkt", hielt die Landessprecherin fest.

Bei der Umsetzung könne man auch auf gute Erfahrungen aus anderen Bundesländern und Städten Bedacht nehmen. "Zum Glück müssen wir im Burgenland nicht alles neu erfinden", meinte Petrik und verwies u.a. auf "ÖkoKauf Wien", ein Projekt der Gemeinde Wien für umweltgerechte Leistungen, das eine wertmäßig festgelegte "Bio-Quote" von mindestens 30 Prozent aller eingekauften Lebensmittel beinhalte.

Als nächsten Schritt erwarte sich die Landessprecherin nun, dass nach dem Beschluss möglichst zeitnah die Einberufung eines ersten "Stakeholder-Gesprächs" erfolge. "Das liegt dann in den Händen der Landesregierung, dazu einzuladen und hier wirklich eine Projektgruppe zur Umsetzung einzusetzen."

Dass sich nun SPÖ-Landesparteivorsitzender und Landesrat Hans Peter Doskozil die "Bio-Wende" an die Fahnen geheftet hat, stört die Grünen im Übrigen nicht. Sie glaube schon, dass ihm das "wirklich wichtig" sei, sagte Petrik und ergänzte: "Warum soll er da nicht unsere Unterstützung haben?!" Für die Grünen sei es "schon auch ein schöner Erfolg einer kleinen Oppositionspartei", dass man es bei so einer höchst strittigen Frage wie der Landwirtschaft und der Bioversorgung im Burgenland - "wo in der letzten Landtagssitzung zwischen SPÖ und ÖVP noch die Fetzen geflogen sind" - geschafft habe, "beide zu einem gemeinsamen Antrag mit uns zu bringen", so die Landessprecherin.

Die ÖVP Burgenland, die zunächst nicht mit im Boot war, betonte am Dienstag bei einer Pressekonferenz, dass man vor allem auf die Transparenz und den Nachweis von regional und biologisch erzeugten Lebensmitteln besonderen Wert gelegt habe. "Auf unseren Wunsch hin wurde der Antrag dahin gehend abgeändert, dass die Landesküchen Ausschreibungen veröffentlichen müssen. Auch der Nachweis, dass regionale und biologisch erzeugte Produkte in den Landesküchen verwendet werden, muss nun jährlich erfolgen", sagte Klubobmann Christian Sagartz.