Neue Landesrätin: Daniela Winkler im „Team Doskozil“. Die 38-jährige Frauenkirchnerin übernimmt ab März den Regierungssitz von Hans Niessl. Die zweifache Mutter wird für Familie, Jugend und Kindergärten verantwortlich sein.

Von Wolfgang Millendorfer und APA Red. Update am 14. Januar 2019 (14:31)

Als zukünftige Landesrätin wird Daniela Winkler nun von Landeshauptmann Hans Niessl und seinem Nachfolger Hans Peter Doskozil offiziell präsentiert. Dass die Unternehmensberaterin aus Frauenkirchen den Regierungssitz des scheidenden Landeschefs übernehmen wird, hatte sich bereits herauskristallisiert. Niessl war einst auch kurz ihr Lehrer, erzählte er.

Wenn Doskozil am 28. Februar mit einer Sondersitzung des Landtages zum Landeshauptmann ernannt wird, übernimmt auch Winkler die neuen Agenden. Die 38-jährige wird die Agenden Familie, Jugend und Kindergärten übernehmen und auch für Bildungsfragen wie die Fachhochschule zuständig sein.

Wie berichtet, wird es auch weitere Rochaden in der Landesregierung geben. Landesrat Norbert Darabos soll vom Lackenbacher Heinrich Dorner abgelöst werden, Landtagspräsident Christian Illedits und Landesrätin Verena  Dunst tauschen die Plätze.

Die 38-Jährige wird am 28. Februar angelobt und für Bildung, Jugend und Familie zuständig sein, teilte Doskozil nach dem Landesparteivorstand mit. Für Winkler, die 15 Jahre in einer Wirtschaftsprüfungskanzlei tätig war, sei es keine einfache "aber für mich wichtige Entscheidung" gewesen, für die Politik der Privatwirtschaft den Rücken zu kehren. Sie freue sich sehr, dass sie für die Ressorts Bildung, Familie und Jugend zuständig sein werde. Hier sei bereits viel gemacht worden, aber es sei auch noch viel zu tun. Als zweifache Mutter wisse sie, wo die Sorgen der Familien liegen, meinte sie.

"Ich selbst bin zweifache Mama und weiß eigentlich, wo die Probleme der Familien liegen, wo die Sorgen sind und wo es eigentlich noch hakt, damit es besser wird, das ganze Bildungs- und Betreuungssystem oder Familiensystem", sagte die designierte Landesrätin. "Was ich wirklich möchte: Dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf tatsächlich gelebt werden kann und nicht nur davon geredet wird. Es ist wichtig, dass Bildung für alle leistbar ist und alle die gleichen Chancen haben". Sie wünsche sich für das Burgenland "das beste Bildungssystem".

Niessl dankte Doskozil für seine Wahl, da er Winkler seit vielen Jahren persönlich kenne. Er halte es für einen "großen Vorteil, dass man von der Privatwirtschaft in die Politik kommt", so der scheidende Landeshauptmann. "Da ist man von der Politik überzeugt, da ist man davon überzeugt, dass man für die Menschen etwas tun kann und davon überzeugt, dass das Burgenland in vielen Bereichen Potenzial nach oben hat und dass man bereit ist, diese Veränderungen in entsprechender Form auch mitzutragen", sagte er.

Doskozil selbst räumte ein, dass es nicht so einfach gewesen sei, "eine Regierungsmannschaft unter diesen Prämissen wie ich mir das vorstelle - auch für den 28. Februar und danach - zu formen, neu zu gestalten". Winkler habe sich von einem Tag auf den anderen dazu entschieden, was zeige, dass sie "einen Zug zum Tor hat". "Ich bin sehr froh darüber, dass sie sich einerseits auf dieses Experiment einlässt und dass sie ihre Energie, die sie hat, und ihre Ideen mit einbringt", so der Landesparteivorsitzende.

Auch wenn es ein offenes Geheimnis sei, wie die künftigen noch ausstehenden Personalrochaden im Team LH Doskozil aussehen werden, "ist es immerhin noch ein Geheimnis", meinte Doskozil. Konkret soll am 4. Februar Heinrich Dorner als Nachfolger von Norbert Darabos als Landesrat aus dem Bezirk Oberpullendorf präsentiert werden. Außerdem wird seit Wochen hinter vorgehaltener Hand darüber geredet, dass ein Wechsel der Ämter von Landesrätin Verena Dunst und Landtagspräsident Christian Illedits fix sei. Nach den Semesterferien soll das komplette Team stehen und bekannt gegeben werden.
Winkler

ist verheiratet und Mutter einer dreijährigen Tochter und eines siebenjährigen Sohnes. Sie ist in Wien geboren, hat nach dem Besuch von Volks- und Hauptschule sowie Handelsakademie in Frauenkirchen die Fachhochschule für Finanz-, Rechnungs- und Steuerwesen mit der Spezialisierung im Bereich Treuhandwesen absolviert.

Beruflich ist Winkler langjährige Mitarbeiterin einer Wirtschaftsprüfungskanzlei. Seit 2017 gehört die SPÖ-Politikerin dem Gemeinderat in Frauenkirchen an und ist seit dem Vorjahr stellvertretende SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende im Bezirk Neusiedl am See. Privat zählt die künftige Landesrätin Kochen und Freunde treffen zu ihren Hobbys und interessiert sich für Musicals.