Arzt statt BITZ: Der neue Corona-Plan. Die Impf- und Testzentren laufen Ende September aus, wenn der Gurgeltest funktioniert. Hausärzte übernehmen die Impfung.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 05. August 2021 (03:17)
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Doskozil und die Landesregierung setzen auf eine hohe Impfrate.
BVZ

Die Impfpflicht ist im Burgenland kein Thema. Nicht nur politisch ist es ruhig um die heiß diskutierte Frage der Verpflichtung einzelner Berufsgruppen – wie Pädagogen oder Landesbediensteter –, auch die hohe Durchimpfungsrate macht es möglich: Bei jenseits der 75 Prozent sieht sie Landeshauptmann Hans Peter Doskozil laut Statistik bereits in Kürze. Das Burgenland liegt damit nach wie vor auf Platz eins.

Zur Impfung rufen Doskozil und Co. auch weiterhin auf; mit Vorsicht und Eigenverantwortung ist zugleich beinahe der Weg frei für eine neue Strategie: Klappt der bundesweite Umstieg auf (PCR-)Gurgeltests für zuhause, sollen die sieben burgenländischen Impf- und Testzentren, kurz BITZ, mit 30. September der Vergangenheit angehören.

Die angemieteten Gebäude in Gols, Eisenstadt, Müllendorf, Mattersburg, Neutal, Oberwart und Heiligenkreuz werden wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung übergeben.

Schritt für Schritt wird, wie in anderen Bundesländern, auch die Covid-Impfung weiter ausgelagert: Die Zahl der Hausarzt-Praxen, die einen „Stich“ vor Ort anbieten, soll im August weiter wachsen. Und: Der niederschwellige Zugang soll die Impfbereitschaft noch zusätzlich erhöhen.

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Doskozil und die Landesregierung setzen auf eine hohe Impfrate.
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Impfung – auch eine Frage der Logistik

In jedem Fall wird das Angebot regional und breit gestreut bleiben. Die Ärztinnen und Ärzte des Landes sind bereit, heißt es seitens der Kammer. Wie viele Praxen genau die Impfung anbieten werden, ist noch offen.

Aus Sicht der logistischen Herausforderung rechnet Ärztekammer-Vize Michael Schriefl mit einigen Anlaufstellen, die wöchentlich auch wechseln könnten, bei Bedarf sei eine Aufstockung kein Problem. Eben weil die Impfrate schon so hoch ist, sei es schwerer, auf die Schnelle Kandidatinnen und Kandidaten für übrig gebliebene Dosen zu finden: „Sobald man ein Fläschchen ansticht, hat man sechs Stunden Zeit, um sieben Impfungen durchzuführen.“

Damit also keine Dosen verfallen, mache es Sinn, die Impfung an einzelnen Orten gestaffelt anzubieten.

Gerüstet sei man auch für etwaige Auffrischungen, sind Ärztekammer und Land einer Meinung. Geht man davon aus, dass diese neun Monate nach der Zweitimpfung fällig werden würden, dann wäre im Burgenland ab Jänner die nächste große Impf-Runde am Programm.