Nach Landtagswahl: Opposition auf „Selbstfindung“. Bei den Freiheitlichen kommt es im März zum Obmann-Wechsel. Die ÖVP muss ihre Personalia erst klären. Für die Grünen könnte es im Landtag wieder die Klubstärke geben.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 05. Februar 2020 (06:26)
Oppositions-Duo mal drei (v.l.): Hans Tschürtz wird FPÖ-Klubobmann und übergibt als Parteichef an Alexander Petschnig. ÖVP-Obmann Thomas Steiner ist derzeit Klubchef, Geschäftsführer Christoph Wolf hat eine Entscheidung angekündigt. Regina Petrik und Wolfgang Spitzmüller winkt ein grüner Klub.
BVZ

Den ersten Paukenschlag gab es kurz nach der Landtagswahl: Als Folge der FPÖ-Verluste mit dem Absturz auf unter zehn Prozent kündigte Hans Tschürtz an, dass er nach 15 Jahren als Chef abtreten wird. Der bisherige Landesrat Alexander Petschnig soll übernehmen, die Wahl erfolgt am 7. März am Landesparteitag.

Im Parteivorstand haben mehrere die Tschürtz-Nachfolge abgelehnt – unter anderem Bundesobmann Norbert Hofer , der in Wien bleiben will und deshalb auch das Landtagsmandat, das er mit seiner symbolischen Kandidatur auf der FPÖ-Liste erreichte, nicht annehmen konnte.

Den Chefsessel wollte auch Géza Molnár nicht; seinen Posten als blauer Klubchef wird künftig Tschürtz selbst einnehmen.

Wie er die burgenländische FPÖ auf Vordermann bringen will, verrät Petschnig erst nach der Kür zum Obmann, nur soviel: „Nach einer verlorenen Wahl gibt es natürlich Nachholbedarf und ich habe meine Vorstellungen.“ Wie hoch die Zustimmung ausfallen wird, hänge auch davon ab, ob es einen oder mehrere Gegenkandidaten geben wird. Laut Petschnig gibt es dahingehende Signale; Namen stehen aber noch keine fest.

Die ÖVP traf sich am Montag zum „Generationenwechsel“ im Landtagsklub, bei guter Stimmung, wie betont wird.

Parteiobmann Thomas Steiner ist bereits als Klubobmann nachgerückt, da Christian Sagartz , wie berichtet, ins EU-Parlament gewechselt ist.

Ob Steiner diesen Posten behält, ist ebenso noch offen, wie die Frage des Zweiten Landtagspräsidenten, der von der ÖVP gestellt wird: Als mögliche Kandidaten gelten Walter Temmel , Georg Rosner oder Markus Ulram . Auf BVZ-Anfrage wollte keiner der Genannten auf Personalspekulationen eingehen, die Gerüchte seien aber bekannt, hieß es. Zu Spekulationen über seinen Posten meinte Landesgeschäftsführer Christoph Wolf bei Redaktionsschluss: Die Geschäftsführer-Frage stelle sich derzeit zwar nicht, „aber ich werde zu gegebener Zeit meine Entscheidung bekannt geben“, so Wolf.

Während bei der Liste Burgenland mit Obmann Manfred Kölly noch nicht klar ist, wie es nach der Wahlschlappe genau weitergeht, ist es bei den Grünen wohl am ruhigsten: Regina Petrik und Wolfgang Spitzmüller können sich jedenfalls vorstellen, bei der Wahl von Hans Peter Doskozil zum Landeshauptmann mitzugehen. Dieser wiederum hat angekündigt, dass es die Klubstärke im Landtag wieder mit zwei Abgeordneten geben könnte, was den Grünen entgegenkommen würde.