Eisenstadt , Wien

Erstellt am 20. Juni 2018, 06:36

von Wolfgang Millendorfer

Zwölf-Stunden-Tag: Mehr Arbeit oder „Märchen“?. Arbeitszeit-Flexibilisierung entzweit die Politik: SPÖ und ÖGB warnen, ÖVP und Wirtschaft kritisieren „Hetzkampagne“.

SPÖ-Trio gegen Regierungs-Pläne und ÖVP-Konter. Landesrat Hans Peter Doskozil, Parteichef Christian Kern, Kärntens Landeschef Kaiser (linkes Bild, v.l.) versus ÖVP-Geschäftsführer Christoph Wolf und Obmann Thomas Steiner. Fotos: BVZ/SPÖ G  |  BVZ/SPÖ

Die von der Bundesregierung geplante Anhebung der täglichen Arbeitszeit-Höchstgrenze lässt auch im Burgenland die Wogen hochgehen: Wie im Wahlkampf angekündigt, wollen ÖVP und FPÖ ab 2019 den Zwölf-Stunden-Tag ermöglichen (siehe ganz unten). SPÖ und Gewerkschaft üben heftige Kritik.

SPÖ-Trio gegen Regierungs-Pläne. Landesrat Hans Peter Doskozil, Parteichef Christian Kern, Kärntens Landeschef Kaiser (v.l.).  Fotos: BVZ/SPÖ  |  BVZ/SPÖ

„Konzernkanzler Kurz will mit allen Mitteln die 60-Stunden-Woche durchpeitschen“, meinten etwa SPÖ-Landesrat Norbert Darabos und Landesgeschäftsführer Christian Dax. In die Kritik stimmten auch AK und ÖGB ein.

Die ÖVP mit Landesobmann Thomas Steiner und Geschäftsführer Christoph Wolf sowie der ÖAAB hingegen sehen Chancen für Arbeitnehmer und Pendler: „Die Propaganda der SPÖ stimmt nicht. Es geht nicht um ein Abgehen von der derzeitigen Regelung, sondern um eine Flexibilisierung.“

ÖVP-Konter. Geschäftsführer Christoph Wolf, Obmann Thomas Steiner. Foto: BVZ  |  BVZ

Wirtschaft und Industrie sind mit dem Entwurf ebenfalls zufrieden.

„Zwölf Arbeitsstunden am Tag bleiben die Ausnahme“, sieht auch FPÖ-Chef Hans Tschürtz „eine Regelung von beiderseitigem Nutzen“.

Für die Gewerkschaft bleibt eine Grundfrage – neben der Abgeltung der Überstunden –, ob Arbeitnehmer „tatsächlich frei wählen können“. Kampfmaßnahmen gegen die Neuregelung wurden bereits angekündigt.