Neuerungen bei Arbeitnehmerförderung im Burgenland. Im Burgenland sind einige Neuerungen bei der Arbeitnehmerförderung geplant. Unter anderem werde die Berechnung des Fahrtkostenzuschusses verbessert und die Qualifikationsförderung ausgeweitet, verkündeten Arbeiterkammer-Präsident Gerhard Michalitsch und Landesrat Christian Illedits (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 20. September 2019 (14:30)
Alexandra Gollubics-Prath
Arbeitsmarktlandesrat Christian Illedits und AK-Präsident Gerhard Michalitsch. Foto: Alexandra Gollubics-Prath

Auch ein Öko-Bonus soll eingeführt werden. "Wir haben das Gesetz fairer und ökologischer gestaltet und wir haben es sozial treffsicher gehalten und auch in diesem Punkt sogar verbessert", betonte Michalitsch. Künftig können Arbeitnehmer mit einem Einkommen bis zu 3.200 Euro um Förderungen ansuchen. Bisher lag die Grenze bei maximal 3.107 Euro.

Fairer werde die Arbeitnehmerförderung unter anderem durch ein neues Berechnungsmodell beim Fahrtkostenzuschuss. Bisher hätten Pendler, die mehr als 20 Kilometer in die Arbeit fahren müssen, den Zuschuss nur erhalten, wenn öffentliche Verkehrsmittel nicht zumutbar waren, weil sie mit diesen mehr als zwei Stunden gebraucht hätten. Beispiele hätten aber gezeigt, dass einige Pendler zwar unter zwei Stunden, aber dennoch um ein Vielfaches länger als mit dem Auto unterwegs wären.

Künftig soll deshalb ein relatives Berechnungsmodell angewendet werden: Bei Wegstrecken unter 50 Kilometern gilt das Doppelte an Fahrzeit als zumutbar, bei Strecken über 50 Kilometern das Eineinhalbfache. Um die Pendler zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu motivieren, ist außerdem ein Öko-Bonus geplant, von dem alle profitieren sollen, die mehr als 20 Kilometer zur Arbeit fahren und dabei auf Öffis setzen, so Michalitsch.

Zudem wird die Qualifikationsförderung ausgeweitet. Künftig haben Arbeitnehmer ein zweites Mal Anspruch auf die Förderung von Bildungsmaßnahmen, wenn sie ihren Beruf aufgrund der Arbeitsmarktsituation nicht ausüben können. "Bis dato haben wir die zweite Chance nur gewährt, wenn das Ausüben des Berufes aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war", sagte Illedits. Voraussetzung für die "zweite Chance" ist, dass die Betroffenen mindestens sechs Monate arbeitslos waren und in dieser Zeit 17 Bewerbungen abgeschickt haben.

Neu ist auch, dass Umschulungen und Weiterbildungen in "Zukunftsberufen", insbesondere im Bereich der Pflege, künftig verstärkt gefördert werden. Hier würden bis zu 100 Prozent der Kurskosten übernommen, betonte Illedits. Im Bereich der Lehrlinge wird die Einkommensgrenze der Eltern auf 5.120 Euro erhöht, unter der Anspruch auf einen Lehrlingszuschuss besteht. Außerdem können die Lehrlinge, sofern sie für ihre Lehre außerhalb ihres Wohnortes wohnen müssen, einen Wohnkostenzuschuss beantragen.

Die neuen Richtlinien werden laut Illedits in einer der nächsten Sitzungen der Landesregierung beschlossen. Sie sollen mit 1. Jänner 2020 in Kraft treten.