Karl Schiessl wird Hilfswerk-Geschäftsführer. Ehemaliger ÖVP-Landesgeschäftsführer und Leiter der ÖVP-Parlamentsklub-Pressestelle übernimmt im Burgenländischen Hilfswerk die Nachfolge von Editha Funovics.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 04. Oktober 2019 (11:41)
Wolfgang Millendorfer
Personelle Änderung. Hilfswerk-Obmann Oswald Klikovits (M.) mit Geschäftsführerin Editha Funovics und deren Nachfolger Karl Schiessl.

Karl Schiessl übernimmt mit 1. Jänner 2020 die Geschäftsführung im Burgenländischen Hilfswerk. Die personelle Änderung wurde nun von Hilfswerk-Obmann Oswald Klikovits bekannt gegeben und hat zwei Gründe: Die aktuelle Geschäftsführerin Editha Funovics tritt nach 16 Jahren in dieser Funktion mit Jahresende in den Ruhestand, ihr bisheriger Stellvertreter Christoph Klikovits hat das Unternehmen verlassen, um sich künftig der Arbeit im wissenschaftlichen Bereich zu widmen.

Mit Karl Schiessl fand man einen Nachfolger, der bereits aus vielen vorangegangenen Funktionen bekannt ist: Unter anderem war Schiessl von 1988 bis 1994 Chefredakteur und Geschäftsführer der BVZ, später auch fünf Jahre Geschäftsführer der Wiener Zeitung; ebenso war er als ÖVP-Landesgeschäftsführer im Burgenland tätig und zuletzt als Leiter der Pressestelle im ÖVP-Parlamentsklub.

"Nachdem Karl Schiessl schon zwei Jahre für uns tätig war, haben wir ihn als bewährten Manager gefragt, ob er noch eine Herausforderung annehmen will", so Oswald Klikovits. Gemeinsam mit dem Obmann soll nun das Burgenländische Hilfswerk "in die Neuzeit geführt werden". Dazu wird die bisherige Vereins-Struktur in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt. Oberstes Ziel, so Schiessl, sei es "alle Voraussetzungen für die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen".

Pflege als Herausforderung

Als „Heldin des Alltags“ habe Editha Funovics mitgeholfen, das Hilfswerk zu einem erfolgreichen Unternehmen zu machen, sagte Klikovits zum bevorstehenden Abschied. Wie der Obmann, gab auch die scheidende Geschäftsführerin aktuelle Entwicklungen zu bedenken. Zum einen, heißt es seitens des Hilfswerks, warte man noch auf die kollektivvertragliche Vergütung seitens des Landes; zum anderen habe man, wie viele andere Einrichtungen, mit dem Mangel an Pflegekräften zu kämpfen.

Kritisch werden nach wie vor die künftigen Auflagen für Pflegeheime (Stichwort: Gemeinnützigkeit und höhere Betten-Anzahl) sowie das Anstellungsmodell des Landes für pflegende Angehörige betrachtet (die BVZ berichtete).

Klikovits nennt mit der 24-Stunden-Pflege einen weiteren künftigen Schauplatz der Problematik: „Wenn man konsequent ist, muss sich die Frage der Gemeinnützigkeit auch auf die 24-Stunden-Pflege auswirken, wo es seitens des Landes Förderungen für Betroffene gibt. Und wenn sich das auswirkt, dann gibt es einen Pflegenotstand.“

Weitere politische Debatten sind rund um die Pflege also zu erwarten. Schiessl selbst will sich im „politischen Geschäft“ nur sparsam und in Gremien einbringen, er will im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Umstrukturierung voranbringen, die in zwei Jahren abgeschlossen sein soll.

Das Burgenländische Hilfswerk feierte vor Kurzem sein 30-jähriges Bestehen und sorgt mit mehr als 350 Fachkräften für die Versorgung von mehr als 1.000 betreuten Personen.