Commerzialbank: Niemand will beschenkt sein. Letzte Sitzung im U-Ausschuss und Debatte um Klagen gegen die Republik. Mit Alt-Landeschef Niessl und Ex-Landesrat Kaplan ging‘s nochmal um Puchers Gold-Geschenke.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 25. Februar 2021 (05:55)
Ausschuss-Auftritt. Alt-Landeschef Hans Niessl und Anwalt Werner Dax.
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Nach 21 Sitzungen und 64 Befragungen geht der U-Ausschuss heute, Donnerstag, zu Ende. Partei-Debatten gab es reichlich, zuletzt auch abseits des Saals: Zum Finale werden 15 Klagen gegen die Republik gezählt, eine davon vom Land (in Höhe von 4,9 Millionen Euro), eine vom Masseverwalter (303 Millionen).

Ein „Highlight“ gab‘s noch in der Vorwoche, als SPÖ-Alt-Landeshauptmann Hans Niessl und ÖVP-Ex-Landesrat Karl Kaplan zur Befragung antraten. Beide hatte der frühere Bankmanager Martin Pucher explizit als Empfänger in der langen Liste seiner Edelmetall-Geschenke genannt.
Niessl verwies auf einen Sozialfonds, in dem Geschenke und Spenden landeten. „Pucher will sich an Geschenke von vor 20 Jahren erinnern, aber er weiß nicht, wo 100 Millionen Euro hingekommen sind“, gab sich der Alt-Landeschef angriffig.

Ex-Landesrat und Ex-Fußballpräsident Kaplan widersprach ebenso: Er habe nichts bekommen und sei auch nicht dafür verantwortlich, dass das Land 1995 die Rolle des Revisionsverbandes für die Genossenschaft der Bank übernommen habe. „Bei mir hat Pucher immer nur über die ÖVP geschimpft. Dass er selbst Mitglied war, hat er mir nicht gesagt. Vielleicht hat er sich dafür geschämt“, endete er mit einer überraschenden Anekdote.

Zum Abschluss kommen heute noch ehemalige Aufsichtsratsmitglieder zu Wort, ebenso wie Gutachter Herbert Motter. Eine Verlängerung des U-Ausschusses ist ausgeschlossen, die SPÖ meint, „weil wir seit Wochen nichts Neues erfahren“.