FPÖ startete in Klingenbach in die Landtagswahl. Am Abend des 28. Dezembers startete die FPÖ in der Klingenbacher Jubiläumshalle in den Landtagswahlkampf. Neben Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz war FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer als Star-Gast geladen.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 28. Dezember 2019 (19:18)

Géza Molnár bedankte sich einleitend bei den blauen Aktivisten und freute sich: "Gute Stimmung, das hatten wir schon lange nicht mehr." Für Molnár geht es am 26. Jänner nicht um den Landeshauptmann, "das bleibt Hans Peter Doskozil, das steht fest". Viel mehr gehe es um die Wahl der Koalitionspartners: "Wer am 26.1. nicht FPÖ wählt, weil er sich auch von einer anderen Partei Sicherheit erhofft, wird am 27.1. mit Frau Petrik aufwachen, die das Burgenland zum Selbstbedienungsladen für die illegale Migration machen wird."

 Tschürtz: Sicherheit und Handschlagsqualität

 Johann Tschürtz zählte die Verdienste der abgelaufenen Amtsperiode auf: Ein neues Sicherheitsressort, Beibehalten der Grenzkontrolle, die Sicherheitspartner, mit denen 40 Arbeitsplätze geschaffen wurden und eine Asylobergrenze von 1%, das gibt’s in sonst keinem Bundesland." Der tosende Applaus nach dem letzten Punkt demonstrierte deutlich die individuellen Schwerpunkte der rund 300 anwesenden FPÖ-Mitglieder.

"Ich bin kein Haxlsteller!" Johann Tschürtz will die rot-blaue Koalition fortführen.
Wagentristl, BVZ

Entscheidend ist für Tschürtz auch die Stil-Frage: "Eine Amtsperiode ohne einen einzigen Streit, das hätte es früher nicht gegeben, da wurde Tag und Nacht nur gestritten. Ich bin kein Haxlsteller."

Nach Erwähnung der Rescue Kids, Ibiza ("Kurz hat die Verabredung gebrochen.") und Strache ("Über die 33.000 Euro für den Kurz-Berater redet niemand.") kam die Rede schnell aufs blaue Eingemachte: "Jetzt gibt's die Mindestsicherung auch ohne Deutschkenntnisse, das bedeutet 800 Euro automatisch für Asylempfänger. Was verdient ein Zivildiener? Ich habs mir irgendwo aufgeschrieben: 300 Euro. Ein Grundwehrdiener und Zivildiener muss genau so viel wie bekommen!"

Hofer rechnet mit gutem Wahlausgang

Durch den Applaus und der Musik der John Otti Band ("He's gotta be strong") trat Norbert Hofer ins Rampenlicht.

"Meine Tochter Anna Sophie", begann er sehr persönlich, "Hat mich gefragt: Darf ich Mitglied der FPÖ werden? Ich glaube, ich werde es ihr erlauben."

Fast schon philosophisch ging es weiter: "Was erwarten sich junge Menschen wie du, Anna Sophie, von der Politik? Sicherheit, Grenzschutz, Ausbildungsmöglichkeiten. Es gab in der Geschichte Systeme, in denen das alles da war. Aber die Menschen sind an der Grenze bei der Flucht gestorben, weil eines gefehlt hat: die Freiheit."

Für FPÖ-Bundesparteiobmann Nobert Hofer war es ein Heimspiel.
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Es brauche daher direkte Demokratie. Diese könne aber nicht bedeuten, nahm Hofer die Diretissima zum Umwelt-Thema, dass "kleine Mädchen" für uns entscheiden. Hofer brauchte den Namen Greta Thunbergs nicht auszusprechen: "Wie kann es sein, dass ein kleines Mädchen ungestraft in öffentlich-rechtlichen Medien unsere Großeltern als Schweine und Umweltsünder bezeichnen darf? Wir verdanken unseren Großeltern alles. Das ist die Generation, die das Gewand nicht weggeschmissen hat, sondern die die Sachen noch geflickt hat, die keine stromfressenden Serverfarmen hatte und keine Smartphones."

Für die Landtagswahl gab sich Hofer optimistisch: "Die SPÖ hatte das schlechteste bundesweite Wahlergebnis aller Zeiten - wir waren im Mittelfeld unserer Wahlergebnisse - und die wissen nicht, wieso. Wir wissen es ganz genau und sind auf einem guten Weg. Ich glaube daher, das Ergebnis der FPÖ im Burgenland wird gut." Er vertraue auf das Duo Johann Tschürtz und Ilse Benkö, "die Rolling Stones der FPÖ".

Einen gab Hofer noch Sebastian Kurz mit: "Ich glaube, dass Sebastian Kurz bei keiner Wahl mehr antreten wird. Denn eine Wahl nach einer Koalition mit den Grünen kann man nicht gewinnen. Ich sehe seine Zukunft in der EU oder der Wirtschaft."

Dann kam der blaue Dauerbrenner: Die Mehrheit der Flüchtlinge träume laut Hofer von einem islamischen Gottesstaat, Österreich sei das Land mit dem höchsten Ausländer-Anteil in der EU. Und er offenbarte Überraschendes: "Wir haben immer geholfen. Ich selber bin 1991 an der Grenze gestanden." Weniger überraschend: "Aber wir wollen uns auch nicht ausnutzen lassen. Wenn jemand dealt oder vergewaltigt, hat er im Land nichts verloren. Wir haben in unseren Gefängnissen 10.000 Häftlinge, 5.000 davon haben keine österreichische Staatsbürgerschaft. Das kostet 180 Millionen Euro. Mir wärs lieber, diese Menschen verbringen die Haft in ihren Ländern."

Der Applaus hätte fast die letzte persönlich Note verschluckt: "Du bist erst ein fertiger Mensch, wenn du einmal so richtig eine Lebenskrise gehabt hast. Bei mir war das mein Unfall."

Für, wie sie selbst sagen, "eigentlich Italiener" brachte die John Otto Band abschließend eine respektable Burgenland-Hymne zusammen.