Liste Burgenland klagt die FPÖ. Nachspiel für den Schlagabtausch zwischen FPÖ-Klubobmann Molnár und  LBL-Chef Kölly. Die Liste Burgenland erhebt zudem  „Postenschacher“-Vorwürfe gegen die Freiheitlichen. Diese antworten mit Ironie.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 18. September 2019 (13:57)
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Vorwürfe. Die LBL-Mitglieder Herbert Schütz und Andreas Kuchelbacher (v.l.).

Der harte Schlagabtausch, den sich die Liste Burgenland im August mit der FPÖ geliefert hat, könnte nun vor Gericht weitergehen. Die LBL will zwei Klagen einbringen: FPÖ-Klubobmann Géza Molnár wird wegen übler Nachrede gegen LBL-Chef Manfred Kölly geklagt, zugleich soll zu seinen Aussagen in einer FPÖ-Presseaussendung eine einstweilige Verfügung erwirkt werden.

Das gaben die LBL-Mitglieder Herbert Schütz und Andreas Kuchelbacher – beides ehemalige FPÖ-Männer – nun bekannt. Und sie legten mit „Postenschacher“-Vorwürfen auch noch nach.

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Klubobmann Gezá Molnár und FPÖ-Chef Hans Tschürtz (v.l.).

Die Vorgeschichte: Nachdem LBL-Obmann und Deutschkreutz-Ortschef Manfred Kölly im BVZ-Sommergespräch (siehe hier und weiter unten) schwere Geschütze gegen seine Ex-Partei aufgefahren und FPÖ-Chef Hans Tschürtz „das Fehlen von sachlichem Wissen“ unterstellt hatte, antwortete Molnár in einer Aussendung scharf:

Kölly sei „der korrupteste FPÖ-Politiker in der Geschichte des Burgenlandes“ gewesen und habe „den Staatsanwalt im Genick“. Die LBL konterte abermals und sprach unter anderem von „Putschversuchen“ in der FPÖ-Burgenland.

LBL: „Posten ohne Qualifikation“

In einer Pressekonferenz wurden nun die Klagen angekündigt. Kuchelbacher berichtete dabei auch von „eigenen Beobachtungen“ zu „Postenschacher“ in seiner Zeit als FPÖ-Mitglied: So würden „Bewerbungen nach Parteimitgliedschaft ausgesucht“ und von der FPÖ-Spitze besprochen.

„Dann wird geschaut, ob es einen Posten gibt. Die werden dann auch ohne Qualifikation vergeben, meistens im Sicherheitsressort von Hans Tschürtz“, so Kuchelbacher. Beim FPÖ-nahen Verein für „Burgenländer in Not“ stellt die LBL zudem „mögliche versteckte Parteienfinanzierung“ durch eine 30.000-Euro-Förderung zumindest in den Raum.

Tschürtz: „Fasching fängt früh an“

Die BVZ fragte zu den Vorwürfen im Büro von FPÖ-Chef und Landesvize Hans Tschürtz nach. Die Antwort fiel ausdrücklich knapp und ironisch aus: „Heuer fängt der Fasching anscheinend schon sehr früh an.“ Auch FPÖ-Klubchef Molnár möchte zu den Klagen und dem LBL-Angebot einer „gütlichen Einigung“ nicht mehr sagen als Folgendes: „Und in Deutschkreutz ist ein Glasl Rotwein umgefallen …“

Eine Fortsetzung im Duell der ehemaligen Parteikollegen dürfte es also auf dem Rechtsweg geben.