Ohne Plakate geht’s nicht. Die Nationalratswahl steht vor der Tür und allerorts sprießen die Plakatwände. Die BVZ hörte sich bei den Parteien um: Warum man auf klassische Wahlwerbung nicht verzichten kann …

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 03. September 2019 (15:51)

„Plakate sind im Wahlkampf unverzichtbar“ – darüber sind sich (fast) alle Parteien auch im Burgenland einig. Im Vorfeld der Nationalratswahl setzt man bei den Großflächenplakaten auf bundesweite Sujets und auf die jeweiligen Spitzenkandidaten; die Kandidatinnen und Kandidaten der Landes- und Regionalwahlkreislisten werden in kleineren Formaten präsentiert und können sich die Plakate auch nach eigenem Ermessen „bestellen“.

Einzig bei der Liste „Jetzt“ ist man der Meinung, „dass Plakate nicht mehr zeitgemäß sind“, sagt die Burgenländerin Herta Emmer, die als Bundesgeschäftsführerin für den Wahlkampf verantwortlich ist: „Abgesehen vom Materialverbrauch und der damit eingehenden Umweltverschmutzung, ist in der digitalen Zeit die Werbung direkt online an die Bürgerinnen und Bürger, sowie über Berichterstattung in Medien angemessen.“ Grünen-Landesgeschäftsführerin Martina Hajdusich meint hingegen: „Letzte Umfragen haben ergeben, dass Wahlwerbung zum größten Teil über Plakate wahrgenommen wird. Wir plakatieren in unserer Freizeit mit den Aktivistinnen und Aktivisten im ganzen Land selbst.“

„Keine Materialschlacht“

NEOS-Landesgeschäftsführerin Anna Bozecski spricht sich gegen eine „Materialschlacht“ aus: „In moderaten Dosen sind Plakate wichtig, um zu zeigen: Wir sind da und wir haben eine Botschaft. Persönlich fände ich eine allgemeine numerische Plakat-Obergrenze sinnvoll.“

Dass es auch im Burgenland viele Gemeinden gibt, die im Ortskern keine Plakate wollen, dafür habe die Politik Verständnis, sagt FPÖ-Landesparteisekretär Christian Ries: „Wir bitten ebenso auch um Verständnis, dass wir unsere Botschaften transportieren wollen. Natürlich wird darauf geachtet, dass es zu keinen Sichtbehinderungen im Straßenverkehr kommt.“

In Zeiten von Social Media geht es im Wahlkampf generell aber auch um einen „guten Mix“, wie in allen Parteien festgehalten wird. „Die Volkspartei setzt vor allem auf das persönliche Gespräch. Deswegen gibt es auch die türkise Tour, die Station in allen Gemeinden machen wird“, erklärt ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf. „Je näher man bei den Menschen ist, umso besser“, hält auch Christian Dax als Teil des SPÖ-Landesgeschäftsführer-Duos fest, „neben Veranstaltungen und Hausbesuchen gehören aber Plakate und digitale Werbung zum Wahlkampf dazu.“

Kosten: von 4.000 bis 50.000 Euro

Was die Wahlkampfkosten angeht, unterscheiden sich die Landesparteien stark voneinander. Die  ÖVP Burgenland hat 50.000 Euro reserviert und die FPÖ rechnet mit 30.000 bis maximal 50.000 Euro. Bei der SPÖ könne man noch nicht sagen, ob und welche Kosten für die Landespartei anfallen, da die Aufwendungen für die Plakatierung sowie für Werbematerialien von der Bundespartei übernommen werden. Die Grünen haben im Burgenland rund 4.000 Euro für den Wahlkampf veranschlagt. Bei der Liste „Jetzt“ gibt es keine ausgewiesenen Kosten für das Burgenland. Ebenso bei den NEOS, die darauf hinweisen, dass die bundesweiten Wahlkampfkosten 14-tägig online veröffentlicht werden.

In Zahlen: Plakate im Burgenland

SPÖ: 140 Großplakate / 1.400 kleinere Plakate

ÖVP: 30 Großplakate / kleinere Plakate individuell für Kandidaten

FPÖ: 20 Großplakate / 20 „mittlere“ Plakate / 2.000 kleinere Plakate

Grüne: rund 1.200 Plakate gesamt

NEOS: rund 500 Plakate gesamt

Liste „Jetzt“: keine Plakate