Erstellt am 14. März 2018, 06:46

von Wolfgang Millendorfer

Ansturm auf Pflegeheime. Nach Ende des Pflegeregresses werden mehr Plätze für Seniorenheime benötigt. Betreiber haben bereits fertige Pläne, warten aber auf den Bedarfsplan des Landes.

Hilfswerk-Team. Obmann Oswald Klikovits, Vize-Pflegedirektorin Daniela Strobl, Pflegedirektorin Daniela Hodosi, Obmann-Stellvertreter Michael Sauerzopf (v.l.).  |  BVZ, Hilfswerk

In den 44 burgenländischen Seniorenheimen rüstet man sich nach der Abschaffung des Pflegeregresses auf einen regelrechten Ansturm.

Während das Land mit einem monatlichen 600-Euro-Zuschuss zur 24-Stunden-Pflege gegensteuern will, klagen einige der Heim-Betreiber, dass bereits geplante Ausbau-Projekte nicht umgesetzt werden können.

Klikovits: „Die Zeit wird ziemlich knapp“

Grund sei der ausständige Bedarfs- und Entwicklungsplan des Landes, sagt Oswald Klikovits, Obmann des Burgenländischen Hilfswerkes: Bereits im vergangenen Oktober habe man um die Erweiterung der Seniorenpensionen in Purbach, Lockenhaus, Limbach und Güttenbach um jeweils zehn Pflegebetten angesucht. In Leithaprodersdorf könnte ein neues Heim entstehen. Auch der Samariterbund stellte einen Antrag zum Ausbau des Heimes in Draßburg. Zu den Ansuchen fehlt allerdings die Genehmigung der Tagsatzvereinbarungen.

„Das Land hat eine Planung bis 2030 vorgesehen. Geht man davon aus, dass die Einrichtungen bis zum Betrieb eine Vorlaufzeit von etwa zwei Jahren haben, wird die Zeit aufgrund des Bedarfes ziemlich knapp“, so Klikovits.

Im Büro des zuständigen Landesrates Norbert Darabos (SPÖ) heißt es, dass der Bedarfs- und Entwicklungsplan „wie geplant“ demnächst präsentiert werden soll: „Die Abschaffung des Pflegeregresses und die finanziellen Auswirkungen müssen hier natürlich noch berücksichtigt werden“, wird betont.

Seitens der Caritas der Diözese Eisenstadt, die ebenfalls mehrere Häuser betreibt, wünscht sich Sprecherin Uli Kempf eine Einbindung von Betreibern, „um mit Weitblick planen zu können“. Ein weiteres Problem wird mit der „Überalterung“ der Bevölkerung in naher Zukunft akut: In allen Bereichen wird mehr Personal benötigt. Schon heute herrsche Mangel an qualifiziertem Personal, heißt es seitens einzelner Anbieter.

Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang auch der bürokratische Aufwand in den Pflegeheimen, während in der 24-Stunden-Pflege keine Dokumentation zu führen ist, bemängelt Oswald Kilkovits: „Im Vergleich zum Pflege-Aufwand entfallen auf die Bürokratie rund 50 Prozent. Der Computer muss also mindestens so lange gepflegt werden wie die betreute Person.“