Eisenstadt

Erstellt am 10. Oktober 2018, 06:31

von BVZ Redaktion

Volksgruppe ohne Grenzen: Burgenlandkroaten feierten. Die von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics initiierte Vereinigung zur Pflege und Förderung des Burgenlandkroatischen feierte ihre Gründung.

Politische und kirchliche Spitzenvertreter aus Österreich, Kroatien, Ungarn und der Slowakei wohnten den Gründungsfeierlichkeiten der Internationalen Vereinigung der Burgenlandkroaten in Eisenstadt bei.

Karlich zur ersten Präsidentin gewählt

Auf Initiative von Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics wurde der Verein als bislang größtes Projekt für die länderübergreifende Pflege, Förderung und Weiterentwicklung des Burgenlandkroatischen gestartet.

Im Rahmen einer konstituierenden Sitzung mit anschließendem Festkonzert auf Schloss Esterházy (siehe auch die Printausgabe der heutigen BVZ) wurde TV-Moderatorin Barbara Karlich zur ersten Präsidentin gewählt. An der Gründungsfeier nahmen von politischer Seite unter anderem Außenministerin Karin Kneissl, Landesrat Hans Peter Doskozil, Kroatiens Kulturministerin Nina Obuljen Koržinek und der kroatische Staatssekretär Zvonko Milas teil.

Zsifkovics, der auch als Europabischof tätig ist, betonte zur Gründung: In Zeiten neu erstarkender Nationalismen werde durch Initiativen wie diese „den Grenzen in Europa der Stachel des Trennenden gezogen“. So steht die „Überzeugungskraft starker kultureller Identität“ auch in der Präambel der neuen Vereinigung festgeschrieben.

Zum Festakt begrüßt wurden auch zahlreiche kirchliche Gäste wie Altbischof Paul Iby, die Bischöfe János Székely und Petar Palić, Erzbischof Ján Orosch sowie den Provinzial der Franziskanerprovinz Sarajewo, Jozo Marinčić.

„Gemeinsames europäisches Dach“

Die Internationale Vereinigung der Burgenlandkroaten „Hrvat S.A.M.“ (Slovačka-Austrija-Mađarska = Slowakei-Österreich-Ungarn) versteht sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden burgenlandkroatischen (Kultur-)Vereinen in den einzelnen Ländern, sondern als ein „in dieser Form noch nie da gewesenes Projekt“. Unter einem „gemeinsamen europäischen Dach“ soll die burgenlandkroatische Identität länderübergreifend weiterentwickelt werden. „Die Burgenlandkroaten sind ein lebender Beweis dafür, wie bereichernd und wichtig Minderheiten und eine gelebte Pluralität für die Gesamtgesellschaft sind“, betonte Bischof Zsifkovics.

Im Anschluss an die Gründung gab der rund 150-köpfige Chor „Pax et Bonum“ mit burgenlandkroatischen Sängern aus Österreich, Ungarn und der Slowakei ein Konzert im Haydn-Saal des Schlosses Esterházy. Für ein zusätzliches Highlight sorgte dabei Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics selbst und zwar mit einem Solo: Er gab das Lied „Möge diese ganze Welt“ aus dem kroatischen Musical „Jalta, Jalta“ zum Besten.