(Fast) „brav“ im Lockdown. Im Burgenland hält man sich weitgehend an die Regeln: Zu Ostern verzeichnete die Polizei immerhin 139 Anzeigen. Maskenpflicht im Freien oder „See-Sperren“ sind kein Thema.

Von Richard Vogler. Erstellt am 08. April 2021 (05:55)
Nichts los im Land. Die Fußgängerzone in Eisenstadt beinahe menschenleer, ähnlich ist das Bild in anderen Bezirkshauptstädten.
Wagentristl

Das Wetter spielte am Oster-Wochenende ganz im Sinne des Lockdowns mit: Auch die Ausflugs-Hotspots im Land – allen voran etwa der Neusiedler See – präsentierten sich teils ausgesprochen ruhig. Eine Maskenpflicht an belebten Plätzen im Freien oder eine Neuauflage der Sperre des Sees für Ortsfremde ist auch kein Thema, hört man aus dem Landhaus.

Kontrolliert wird aber weiterhin streng. Die Polizei achtet mit verstärkter Präsenz auf die Einhaltung der Covid-Maßnahmen. Anzeigen – 139 an der Zahl – gab es rund um Ostern vor allem wegen der Nichteinhaltung der Ausgangssperre, der Abstandsregeln sowie für Verstöße gegen die Maskenpflicht. Die Polizei stellte insgesamt 113 Organmandate aus.

Deutlichere Verstöße gegen die Regeln wurden nur wenige angezeigt, und wenn, dann im privaten Bereich: Im Bezirk Mattersburg wurde eine Grillfeier mit vier Gastgebern und sieben Gästen aufgelöst. Im Bezirk Oberwart musste die Feuerwehr zu einem privaten Osterfeuer ausrücken. Im Zuge der Schwerpunktkontrollen auf der Straße wurden zudem 239 Anzeigen erstattet und 182 Organstrafverfügungen ausgestellt.

Dass es in Lockdown-Zeiten trotz weitgehender Disziplin quer durchs Land auch immer wieder Gerüchte über beliebte „Treffpunkte“ wie Vereinslokale oder Gaststätten gibt, ist ebenfalls nichts Neues.

Seitens der Landespolizei verweist Pressesprecher Helmut Marban auf BVZ-Anfrage auf die verstärkten Streifen. Deshalb müssen Spaziergänger auch mit Kontrollen rechnen. „Kein Muster“ erkennt Marban im Fall von Lokalen, die außer zur Speisen-Abholung Gäste empfangen: Hier habe es in den vergangenen Wochen vielleicht einen Vorfall gegeben.

„Wir warten jetzt auf ein Datum“

Es könne „Ausreißer“ geben, meint Franz Perner von der Wirtschaftskammer, „die große Mehrheit hält sich aber ganz klar an die Maßnahmen“. Und: „Sie alle warten jetzt auf ein Datum, wann sie endlich wieder öffnen dürfen.“ Denn: „Große Betriebe brauchen Planungssicherheit, kleinere klagen über finanzielle Probleme und auch die Mitarbeiter wandern ab.“