Großprojekte laufen, Bau-Boom hat Folgen. Hohe Kosten und Rohstoff-Knappheit sorgen auch für Absagen. Die Projekte des Landes sind noch auf Schiene.

Von Alexandra Gollubics-Prath und Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 10. Juni 2021 (04:54)
Im Zeitplan. Landeschef Hans Peter Doskozil auf der Spitals-Baustelle in Oberwart.
Medienservice, Medienservice

Dass sich die Lage in der Branche zuspitzt, zeigt sich nicht nur an eklatant gestiegenen Baustoffpreisen, sondern sogar an Hamsterkäufen auf dem Markt, die knappe Rohstoffe zur Folge haben – etwa bei Ziegeln. „Wenn es wirklich nichts mehr gibt, dann können wir nicht mehr weiterarbeiten“, sagt Bernhard Breser, Bau-Innungsmeister in der Wirtschaftskammer.

Zudem gibt es auch im Burgenland bereits Kunden, die ihre Eigenheim-Projekte aufgrund der Preise um ein Jahr verschieben. Zusammen mit den Lieferschwierigkeiten führt dies zur kuriosen Situation, dass in Zeiten des Bau-Booms in den betroffenen Betrieben schon laut über den Abbau von Urlaubstagen nachgedacht werden muss. „Wir haben einfach keine Planungssicherheit“, fordert Breser unter anderem einen Bau-Gipfel auf Bundesebene.

Großprojekte nicht betroffen

Derzeit noch nicht betroffen sind laut Auskunft des Landes und der Landesimmobiliengesellschaft (LIB) die zahlreichen Großprojekte, die sich derzeit in Umsetzung befinden – darunter das Kulturzentrum Mattersburg, die Sanierung von Burg Schlaining oder mit dem Krankenhaus Oberwart das größte Landes-Vorhaben aller Zeiten. „Für die laufenden Projekte haben wir vertragliche Vereinbarungen über veränderliche Preise oder Festpreise getroffen, wodurch es zu keinen nennenswerten Kostenüberschreitungen gekommen ist“, sagt Jürgen Laky, technischer Leiter in der LIB. Die Zeitpläne halten noch.

Raumplanungsgesetz für ungenutztes Bauland

Infrastruktur-Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) verweist zum einen auf das Raumplanungsgesetz, mit dem ungenutztes Bauland mobilisiert werden soll; zusätzliche Gebühren sorgten, wie berichtet, bei Grundbesitzern für Ärger. Im Hinblick auf private Projekte steuere das Land bei der Wohnbauförderung gegen: Zur Entlastung der Häuslbauer wolle man mit guten Darlehensbedingungen und höheren Förderungen, etwa für Vorhaben im Ortskern, beitragen.