Baumeister: „Sind in der Zwickmühle“. Verunsicherung bei Firmen und Kunden; für künftige Häuslbauer soll es aber „nicht exorbitant“ teurer werden.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 28. April 2021 (04:55)
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Steigende Baustoffpreise, etwaige Lieferverzögerungen – viele Häuslbauer im Burgenland sind verunsichert, wie auch die zahlreichen Reaktionen zum vorwöchigen BVZ-Artikel zur Thematik auf Facebook zeigen.

Die Situation sei auch für Baufirmen herausfordernd, gibt Baumeister Markus Waha aus St. Margarethen zu bedenken. Die „großen Sorgenkinder“ seien derzeit Stahl, Holz und Dämmstoffe mit Preissteigerungen zwischen zehn und 40 Prozent. Man arbeite mit Pauschalfixpreisen, bei bestehenden Aufträgen „bleiben wir auf den Mehrkosten sitzen“.

Man sei in der Zwickmühle, so Waha, aber natürlich wolle auch der Kunde Planungssicherheit. Ein weiteres Problem sei die fehlende Verfügbarkeit von Baustoffen: „Unser Partner-Zimmereibetrieb berichtet von sechs bis sieben Wochen Lieferzeit bei Leimholz, sonst handelt es sich hier nur um ein paar Tage.“ Um Verzögerungen auf den Baustellen zu vermeiden, versuche man „für Kunden möglichst weit vorausplanend“ zu agieren, so Waha.

Was etwa den Bereich Fenster betreffe, würden die Preissteigerungen im Juli ein Thema werden, schildert der Pöttelsdorfer Firmenchef Ernst Hosiner: „Aus meiner Sicht ist das Ganze eine Inszenierung, wir werden Kontra geben.

Landesinnungsmeister Bernhard Breser: „Wollen Verunsicherung nicht an Kunden weitergeben.“
WKB, WKB

Preisteuerungen gehen bei uns sicher nicht an die Kunden weiter. Wir werden mit unseren Lieferanten verhandeln, eine Alternative wäre etwa: Wird die Industrie teurer, wird auf der anderen Seite der Einkaufsrabatt höher.“ Auf ein Umdenken der Baustoffindustrie und kein „Eins-zueins-Durchschlagen“ hofft Bau-Landesinnungsmeister Bernhard Breser. Beim Großteil bestehender Aufträge zumindest handle es sich um vereinbarte Fixpreise, hier könne man die Kunden beruhigen.

Ansonsten und auch Neuaufträge betreffend rate er, mit der ausführenden Firma ein informatives Gespräch zu suchen. Künftige Kunden müssten aber keinesfalls fürchten, dass Hausbauen „exorbitant teurer“ werde, so der Hornsteiner Baumeister: „Nehmen wir etwa einmal Wärmedämmstoffe: Für die Gesamtkosten eines Einfamilienhauses wird das Mehrkosten in der Höhe von etwa zwei bis 3.000 Euro ausmachen.“ Wer bauen wolle, der baue jetzt, rät Hosiner: „Es wird nicht billiger“. Waha gibt zudem zu bedenken, dass auch die baubehördliche Abwicklung Zeit in Anspruch nehme.