Wirtschaft im Lockdown: Routiniert – und doch frustriert

Unternehmen und Arbeitsmarkt haben sich auf die Lage eingestellt. Bitter bleibt sie dennoch.

Erstellt am 25. November 2021 | 03:14
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Das Beste aus einer Situation machen, mit der man nicht gerade glücklich ist (v.l.): WK-Präsident Nemeth, IV-Präsident Gerger, AK-Präsident Michalitsch.
Foto: BVZ / Privat

Die Gastronomie hat von Sonntag auf Montag prompt auf Liefer- und Abholservice umgestellt, im Handel dürfen Waren wieder an der Eingangstür abgeholt werden, und selbst an der Grenze lief der Pendlerverkehr zuletzt beinahe reibungslos.

Eine gewisse Routine war beim Übergang zu Lockdown Nummer vier nicht von der Hand zu weisen. Dass er erneut schmerzt, liegt ebenso auf der Hand. Eine „mehr als bedauerliche Maßnahme“, nennt es Manfred Gerger, Präsident der Industriellenvereinigung Burgenland, die jedoch im Hinblick auf Gesundheit und Sicherheit zu respektieren sei.

Ebenso wie die Industrie am Laufen gehalten wird, wollen eben auch Handel und Co. den Schaden so gering wie möglich halten. Derzeit arbeiten alle Produktionsbereiche unverändert weiter. „Halten Sie den Betrieben in dieser schwierigen Situation die Treue“, ruft Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth auf. Ohne Unterstützung seitens des Bundes wird es aber nicht gehen, hört man aus den Unternehmen.

Noch kritischer fällt die Reaktion von Arbeiterkammer- Präsident Gerhard Michalitsch aus: „Die Bundesregierung fährt Österreich wieder an die Wand“, spricht er von einem „Totalschaden“. Deutlich bessere Arbeitsbedingungen fordert die AK zugleich für „Systemerhalter“ im Gesundheits- und Pflegebereich. Hier seien die Menschen an ihren Grenzen, wird gewarnt.

In einem sind sich alle drei Präsidenten einig: Die Erhöhung der Impfquote sei jetzt oberste Prämisse.