„Großer Rückschlag“ für die Gastronomie. Die Wirte dürfen erst – wenn es die Infektionszahlen zulassen – Anfang März wieder aufsperren. Bei den heimischen Gastronomen stößt dies auf Unverständnis.

Von Richard Vogler. Erstellt am 21. Januar 2021 (04:34)
Matthias Mirth, Vertreter der burgenländischen Gastronomen.
BVZ

Mit großer Spannung wurde am Sonntag die Pressekonferenz der Bundesregierung bezüglich der neuen Corona-Maßnahmen erwartet. Für die Gastronomie sind die neuen Vorgaben der Regierung wieder ein Rückschlag: Frühestes mit März könnte geöffnet werden. Ob dies auch so umgesetzt wird, hängt von der Entwicklung der Infektionszahlen ab.

Geht es nach Matthias Mirth, Vertreter der burgenländischen Gastronomen in der Wirtschaftskammer, so „ist es nicht ganz nachvollziehbar, dass unsere Branche wieder die letzte ist, die geöffnet wird. Die Gastronomie hat sich mit einem guten Präventionskonzept sehr bemüht. Die neue Vorgabe von zwei statt einem Meter Abstand wäre für uns nicht umzusetzten.“ Wie es um die finanzielle Situation der Wirte steht, will Mirth nicht verallgemeinern. „Dies ist unterschiedlich. Wir hoffen, dass wir wieder zur Normalität zurückkehren und aufsperren können.“

Miriam Perkovits führt unter anderem das „Habe D’Ere“ in Oberpullendorf. Sie beschäftigt 40 Mitarbeiter und bietet in ihrem Restaurant für die Gäste 250 Plätze an. „Natürlich hat man dies bereits vorab befürchtet, dennoch war die Meldung vom Sonntag ein großer Rückschlag für uns. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist die Tatsache, dass die körperlichen Dienstleister früher öffnen dürfen als wir.“ Gernot Schmidt aus dem Südburgenland ist seit rund 30 Jahren in der Gastronomie tätig, organisiert mit seiner „Arena“ Veranstaltungen und betreibt sein „Gernot Gasthaus-Bar-Cafe“ in Minihof-Liebau und Jennersdorf. „Das Ganze ist ein Desaster, ich verstehe vieles nicht. Wir haben ein sehr gutes Hygienekonzept vorgelegt, hatten fast keine Cluster und die Skigebiete oder Eislaufplätze dürfen offen haben. Die Medizin schreit und die Politik folgt, so einfach ist das“, berichtet Schmidt.

Mitarbeiter kommen abhanden

Worauf der Gastronom hinweist: „Der Lockdown dauert für uns Wirte mit Unterbrechung bald ein Jahr. Es ist zwar gut und schön, dass die Mitarbeiter in Kurzarbeit sind. Viele Wirte werden ihr Stammpersonal verlieren. Auch bei mir haben zwei bereits die Branche gewechselt, zumal bei uns den Kellnern ja auch das Trinkgeld fehlt.“

Klaus Glavanics betreibt im Südburgenland mehrere Gastronomieeinrichtungen. „Wirtschaftlich ist das Ganze eine absolute Katastrophe. Es sind im vergangenen Jahr einige Fehler passiert, im Sommer etwa hat man alle in den Urlaub fahren lassen“, so Glavanics. Ob die ganze Situation für die Wirte finanziell noch zu stemmen ist? „Das kann man allgemein nicht sagen, dies ist verschieden. Ich denke, dass die finanzielle Lage für viele ein Problem sein wird. Ich zum Beispiel habe im vergangenen Jahr das Stadthotel aufgesperrt und über drei Millionen Euro investiert. Bekommen habe ich 2.300 Euro Unterstützung. Das ist in Wahrheit nichts.“