Einweg-Pfandflaschen für Mineralwasser an Schulen. Der Getränkehandel Dobrovits und Waldquelle Mineralwasser leisten Pionierarbeit mit innovativem Schulprojekt in punkto Kreislaufwirtschaft.

Von Dieter Dank. Erstellt am 04. Juli 2020 (15:19)
Burgenländische Pionierarbeit. Waldquelle-Geschäftsführerin Monika Fiala, Peter Dobrovits und Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf informierten in Wulkaprodersdorf über das Projekt Einweg-Pfandflaschen an burgenländischen Schulen.
Dieter Dank

Die beiden Getränkespezialisten leisten mit dem Projekt Pionierarbeit in einer Zeit, in der eine intensive Diskussion darüber herrscht, wie die EU-Vorgaben hinsichtlich Einwegplastik erreicht werden können. Die EU-Richtlinien schreiben vor, dass jedes Land bis 2029 90 Prozent der PET-Flaschen einsammeln muss. In diesem Zusammenhang wird auch die Einführung eines flächendeckenden Pfandsystems in Österreich diskutiert.

Recycling macht Schule

Dass PET-Flaschen wieder in den Kreislauf zurückkehren, dafür sorgt Getränkehändler Dobrovits derzeit an sieben Schulen in Eisenstadt und Neusiedl. 40.000 Flaschen werden jährlich über das Pfandsystem gesammelt und können so wiederverwertet werden. Peter Dobrovits über das Projekt, das er ins Leben gerufen hat: "Wir sprechen hier von einem Angebot, das es in dieser Form österreichweit nicht gibt und bei dem das Burgenland in punkto Umwelt- und Klimaschutz die Nase vorn hat."

Erste Waldquelle Pfandflasche

Bei seinem Projekt wird Dobrovits von Waldquelle Mineralwasser unterstützt. Das gemeinsame Mehrweg-System für  die 0,5l PET-Flasche mit insgesamt zehn Automaten in den Schulen startet ab September dieses Jahres. Waldquelle-Geschäftsführerin Monika Fiala begründet die Kooperation folgendermaßen: "Auch wenn der Anteil an Glas-Mehrwegflaschen stark steigend ist, der Konsument und damit auch Schüler greifen aus Convenience-Gründen gerne nach der leichten PET-Flasche. Für uns ist es deshalb essentiell, dass wir den Rücknahme-Kreislauf schließen und alle davon profitieren. Diese Zusammenarbeit und das Pionier-Projekt ist somit eine Win-Win-Situation für alle."

"Das Burgenland ist hier Vorreiter"

Die globale Plastikproduktion ist in den vergangenen 50 Jahren um das Zwanzigfache gestiegen und soll sich bis 2050 weiter vervierfachen. Die Einführung von Pfand auf Einweg-Plastikflaschen ist ein wichtiger Schritt, damit die Flasche den direkten Weg zum Recycling findet. "Mit der Einführung von Pfand können wir die Ziele des Kreislaufwirtschaftspakets der EU im Bereich des Plastikabfalls erreichen und gleichzeitig Treibhausgasemissionen einsparen", betonte Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf: "Ein Pfandsystem für Mehrwegflaschen, etwa bei Bier und Mineralwasser, ist in Österreich bereits etabliert. Auf Einweg-Getränkeverpackungen wie PET wird noch kein Pfand eingehoben. Das Burgenland ist hier Vorreiter und Unternehmen wie der Getränkehandel Dobrovits und Waldquelle Mineralwasser leisten hier Pionierarbeit." Eisenkopf bekräftigte dies mit der Forderung: "Es ist an der Zeit, dass Österreich ein intelligentes Pfandsystem mit verpflichtenden Mehrwegquoten bekommt."

So funktioniert der Kreislauf

Die Waldquelle 0,5-Liter-PET-Pfandflasche ist als solche gekennzeichnet und nur in jenen Schulen erhältlich, die Teil des Projektes sind. Die Flaschen werden mit einem Pfand von zehn Cent über Automaten verkauft und können an Rückgabe-Automaten in den Schulen retourniert werden. Der Getränkehandel Dobrovits bringt die leeren PET-Flaschen anschließend zu Alpla, wo sie zu PET-Flaschen verarbeitet werden. Das spart Energie, schont nicht-erneuerbare Ressourcen und reduziert den CO2-Ausstoß um 67 Prozent. Am Projekt beteiligt sind HAK, HTBLA, Theresianum, NMS Rosental und das Bundesschülerheim in Eisenstadt sowie HAK und Pannoneum in Neusiedl/See. Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf lobt den burgenländischen Unternehmergeist und führt weiter aus: "Es freut uns, dass zwei burgenländische Unternehmen gemeinsam die Initiative ergreifen und in diesem lösungsorientierten Schulterschluss zeigen, welche Wege beschritten werden können. Während auf Bundesebene derzeit über die Einführung von Einwegpfand diskutiert wird  und sich manche Vertreter aus dem Handel gegen die Einführung von Pfand aussprechen, zeigen wir im Burgenland mit einem konkreten Projekt, dass es sehr wohl funktioniert und sprechen uns ganz klar für die Einführung eines intelligenten Einweg-Pfandsystems aus."