Raiffeisen gut gerüstet. Die Raiffeisenlandesbank zog Bilanz. Eigenmittelbasis von 416,4 Millionen Euro als „Sicherheitspolster“ in der Krise und Spielraum für Investitionen.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 02. Juli 2020 (11:55)
Generaldirektor Rudolf Könighofer und Präsident Erwin Tinhof (v.l.) vor der künftigen neuen „Stadtfiliale“ in Eisenstadt. Foto: Raiffeisen
Raiffeisen

Es waren corona-bedingt besondere Bedingungen, unter denen die Beschlussfassung zur kürzlich veröffentlichten Bilanz 2019 der Raiffeisenlandesbank Burgenland stattfand: Über alle Punkte wurde schriftlich abgestimmt. Trotz schwierigen Umfelds wegen der Niedrigzinspolitik der EZB habe das Betriebsergebnis erneut verbessert werden können, heißt es. Konkret wurde 2019 ein Betriebsergebnis von 25,64 Millionen Euro erwirtschaftet (plus 4,12 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr).

Erhöht hat sich auch die Bilanzsumme (plus 84,23 Millionen Euro) auf 3,38 Milliarden Euro. Ein „Vertrauensbeweis der Kunden“ sei laut Generaldirektor Rudolf Könighofer zudem, dass trotz Niedrigzinsen und abnehmender Sparneigung die Kundeneinlagen auf 1,12 Milliarden Euro gesteigert werden konnten. Die Forderungen an Kunden wurden auf 1,5 Milliarden Euro erhöht. Die oft beklagte Kreditklemme gebe es bei Raiffeisen nicht, wird betont.

Dank Eigenmittelbasis von 416,4 Millionen Euro, welche die gesetzlichen Eigenmittelerfordernisse um 267,8 Millionen Euro „übererfülle“, verfüge die Bank über einen „ökonomischen Polster“. Dieser ermögliche es, Kunden in der Krise 2020 zu unterstützen, wie betont wird. Insgesamt haben 2.570 Kunden bereits eine Kreditstundung in Anspruch genommen. Das Volumen beträgt 9,5 Millionen Euro, davon entfielen rund 1,5 Millionen Euro auf das gesetzliche Moratorium. Zusätzlich wurden von 322 Kunden Überbrückungsfinanzierungen in Höhe von 22,5 Millionen Euro in Anspruch genommen.

Am stärksten von der Krise betroffen sind neben den unselbständig Erwerbstätigen die Branchen Gastgewerbe, Beherbergung, Handel, KFZ- und Baugewerbe.

Maßnahmen zur Corona-Krise

In Kooperation mit dem Sektor und der Sparte Banken und Versicherungen fanden Abstimmungen mit den Förderstellen des Bundes und des Landes zur raschen Abwicklung von Förderkrediten statt. Insgesamt gibt es in der Raiffeisenbankengruppe Burgenland 2.570 Kunden, die eine Kreditstundung in Anspruch genommen haben. Das Volumen beträgt 9,5 Millionen Euro, davon entfielen rund 1,5 Millionen Euro auf das gesetzliche Moratorium.

Zusätzlich zu den Stundungen wurden von 322 Kunden Überbrückungsfinanzierungen in Höhe von 22,5 Millionen Euro in Anspruch genommen. Davon konnte ein Volumen von über 16 Millionen Euro an geförderten Krediten gemeinsam mit den Kunden abgewickelt werden. Am stärksten von der Krise betroffen sind neben den unselbständig Erwerbstätigen die Branchen Gastgewerbe, Beherbergung, Handel, KFZ- und Baugewerbe.

Die Raiffeisenlandesbank Burgenland plant für 2020 eine weitere Geschäftsausweitung. Die „gute Eigenmittel- und Liquiditätssituation“ ermögliche Wachstum bei Finanzierungen, sowohl bei Privatkunden als auch bei Unternehmensfinanzierungen, wird hervorgehoben. Ziel sei es, die hohen Marktanteile kontinuierlich auszubauen - die „vorsichtige Risikopolitik“ werde unverändert bleiben.

Neue „Stadtfiliale“ in Eisenstadt

Mit der Bankstelle Stadtfiliale (bisher Hauptstraße) soll am neuen Standort in der Franz Liszt-Gasse eine moderne Bankstelle eröffnet werden. Der zentral gelegene Standort verfügt auf 200 Quadratmetern Nutzfläche über modernste SB-Geräteausstattung, in vier Beratungsbüros will man auf Kundenwünsche „individuell und persönlich“ eingehen.

Dem boomenden Wohnbaumarkt in den Bezirken Eisenstadt und Mattersburg Rechnung tragend, wird die Raiffeisenlandesbank Burgenland ein eigenes „Wohn Traum Center“ in Eisenstadt eröffnen. In der neuen Beratungsstelle in der Friedrich Wilhelm Raiffeisen-Straße werde sich ein Team von sechs Wohnbau- und Finanzierungsexperten „ausschließlich um die Realisierung der Wohnträume der Raiffeisenkunden“ kümmern, wie es heißt. Bei Fragen zu Immobilien, Förderungen und Finanzierungen möchte Raiffeisen den „Nummer-eins-Status“ weiter ausbauen.

Auch die Bankstelle der Raiffeisenlandesbank Burgenland in Neusiedl wird zu einem kundenfreundlichen Finanzdienstleistungszentrum ausgebaut. Aufgrund der ebenfalls großen Nachfrage nach Immobilien im Bezirk Neusiedl, wird ein Schwerpunkt in der Beratung auf der Wohnraumfinanzierung liegen.