Ab wann ist „hitzefrei“?. AK verzeichnet vermehrt Anfragen; Forderung nach „klimafitten“ Arbeitsplätzen, in letzter Konsequenz „bezahlt hitzefrei“.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 27. Juni 2019 (06:21)
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Symbolbild

Egal ob am Bau oder im Büro, die derzeitige Hitze lässt niemanden kalt. Arbeitsqualität, Fehlerhäufigkeit und somit auch das Unfallrisiko steigen mit den Temperaturen. Wenig verwunderlich: Die Anfragen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bei der AK mehren sich derzeit, wie Arbeitsrechts-experte Herbert Karner gegenüber der BVZ bestätigte.

AK
Experte Herbert Karner: „Derzeitige Regelungen sind großteils unverbindlich.“

Generell müsse er stets vorausschicken: Eine gesetzliche Grundlage für Hitzeferien bestehe derzeit nicht, so Karner. Eine Sonderregelung gebe es nur am Bau, hier gelte seit 2013 Hitze als „Schlechtwetter“. „Ab 32,5 Grad im Schatten muss ein kühlerer Alternativ-Arbeitsplatz gefunden werden oder das Arbeiten im Freien wird eingestellt. Die Entscheidung obliegt dem Arbeitgeber“, erläutert Karner.

Ansonsten habe der Arbeitgeber laut Arbeitsstättenverordnung eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Arbeitnehmern, so der Experte. Was heißt: Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass in Räumen raumklimatische Verhältnisse herrschen, die dem menschlichen Organismus angemessen sind. Ein Recht auf eine Klimaanlage ergebe sich daraus freilich nicht automatisch, relativiert Karner. Es handle sich auch nur um eine „Kann-Bestimmung“, bei Nichteinhaltung seien keine Sanktionen zu fürchten.

Österreichweit gab es zuletzt Forderungen nach verpflichtenden Maßnahmen. Arbeit dürfe nicht krank machen, mahnte auch AK-Burgenland-Präsident Gerhard Michalitsch ein. Gefordert werden „klimafitte“ Arbeitsplätze und bei nicht ausreichenden Maßnahmen Ersatzarbeitsplätze sowie „in letzter Konsequenz bezahlt hitzefrei“.