Antragsstellung beim Härtefallfonds ab heute möglich. Berlakovich regt erweiterte Unterstützungsmaßnahmen an, wie flexiblere Regelungen für Zuverdienst und Mehrfachversicherte zu schaffen.

Von Redaktion bvz.at. Erstellt am 30. März 2020 (16:24)
Landwirtschaftskammerpräsident DI Nikolaus Berlakovich
Millendorfer, BVZ

Die Coronaviruskrise stellt die österreichische Wirtschaft vor noch nie da gewesenen Herausforderungen. Auch die Landwirtschaft ist stark davon betroffen. Mit dem Anhalten der Coronakrise fallen unseren Bauern wichtige Absatzmärkte weg. Dies führt oft zu einer existenzbedrohenden Situation. Aus diesem Grund hat die Landwirtschaftskammer Burgenland mit der Bundesregierung erreicht, dass der Härtefallfonds auch für die Land- und Forstwirtschaft geöffnet wird. Die Agrarmarkt Austria (AMA) wickelt die Förderungen ab. Die Antragsstellung ist ab sofort über www.eama.at möglich.

Landwirtschaftskammerpräsident DI Nikolaus Berlakovich: „Die Hilfe durch den Bund ist sehr positiv und zeigt die Wertschätzung gegenüber unseren Bauern. Diese arbeiten auch in dieser Krisenzeit jeden Tag, um eine regionale Lebensmittelversorgung zu sichern. Daher ist es wichtig, dass gerade existenzbedrohte Betriebe um Hilfe ansuchen können“, so Präsident Berlakovich.

Weitere Unterstützungsmaßnahmen für Landwirtschaft notwendig

„Der Härtfefallfonds ist ein erster und wichtiger Schritt. Wir brauchen aber auch in der Landwirtschaft weitere Unterstützungsmaßahmen wie zum Beispiel flexiblere Regelungen für Zuverdienst und Mehrfachversicherte. Die Existenz unserer  Bauern muss gesichert bleiben,“ so Präsident Berlakovich.

Welche Betriebe werden aus dem Härtefallfonds unterstützt?

Die Soforthilfe aus dem Härtefallfonds soll Betriebe unterstützen, die ihre Einkünfte rein aus der land- und forstwirtschaftlichen Produktion erwirtschaften. Das sind Vollerwerbsbetriebe, deren Einheitswert nicht größer als 150.000 Euro ist, deren Nettoumsatz 550.000 Euro nicht übersteigt und deren Nebeneinkünfte unter der Geringfügigkeitsgrenze liegen. Es muss gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres ein Umsatzeinbruch von mindestens 50% nachgewiesen werden oder eine Kostenerhöhung um mindestens 50% bei Fremdarbeitskräften zu verzeichnen sein. Eine Unterstützung aus dem Härtefallfonds ist nur dann möglich, wenn alle Kriterien erfüllt sind.

Konkret betrifft das: Wein- und Mostbuschenschankbetriebe, Betriebe mit Spezialkulturen im Wein-, Obst-, Garten- und Gemüsebau sowie mit Christbaumkulturen, Betriebe, die Privatzimmer oder Ferienwohnungen im land- und forstwirtschaftlichen Nebengewerbe vermieten (Urlaub am Bauernhof), Betriebe, die landwirtschaftliche Produkte direkt, an die Gastronomie, Schulen und die Gemeinschaftsverpflegung sowie gärtnerische Produkte direkt und an den Groß- und Einzelhandel vermarkten, weiters Betriebe, die agrar- und waldpädagogische Aktivitäten anbieten (Schule am Bauernhof, Seminarbäuerinnen), aber auch Betriebe, die auf Basis von Verträgen Sägerundholz erzeugen, dieses aber nicht mehr abgeholt werden kann.

Auszahlung erfolgt in zwei Phasen

Die Auszahlung der Beihilfe erfolgt in zwei Phasen. Die Antragstellung für die erste Phase (Soforthilfe) ist ab heute möglich. Bei einem Einheitswert von bis zu 10.000 Euro beträgt der Zuschuss 500 Euro, bei einem Einheitswert von mehr als 10.000 Euro macht die Unterstützung 1.000 Euro aus. Die Details der zweiten Phase müssen noch festgelegt werden.

Antragstellung mit PIN-Code oder Handy-Signatur

Neben dem PIN-Code ist es auch möglich, mit der Handy-Signatur ins Serviceportal www.eama.at einzusteigen. Voraussetzungen für die Beantragung sind eine LFBIS-Nummer der Statistik Austria und eine Registrierung bei der AMA. Bei allen registrierten Bewirtschaftern sind die Stammdaten zum Betrieb im EDV-System hinterlegt. Wer noch keinen PIN-Code hat, der kann diesen unter https://services.ama.at/servlet/pincodevergessen anfordern. Der PIN-Code wird umgehend per Post zugesandt. Die möglichen Registrierungsstellen der Handy-Signatur sind auf www.handy-signatur.at aufgelistet.

Eine Ausfüllhilfe zur elektronischen Antragstellung und die Richtlinie stehen online unter https://www.ama.at/Formulare-Merkblaetter#14640 zur Verfügung. Sollten beim Einstieg Probleme auftreten, stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AMA unter der Mailadresse einstiegshilfe@ama.gv.at und für fachliche Fragen unter leprojekte@ama.gv.at zur Verfügung.