LKW-Lawine ist im Anrollen

VCÖ zählte teilweise mehr LKW als im Rekord-Jahr 2019; das Land pocht auf Bundes-Projekte.

Markus Kaiser
Markus Kaiser Erstellt am 14. Oktober 2021 | 04:16
Lkw Symbolbild
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Foto: Von ssguy, Shutterstock.com

Dass der LKW-Verkehr im Vergleich zu 2020 um bis zu 14 Prozent zugenommen hat, überrascht kaum, standen doch aufgrund des Lockdowns Teile des Landes still. Eine neue Statistik des VCÖ aber macht das Ausmaß der derzeitigen Verkehrslawine deutlich: „Auf der A4 und A6 waren noch nie so viele LKW unterwegs wie heuer“, so VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Das könnte dazu führen, dass Österreich seine Klimaziele für das Jahr 2030 verfehlt, was die Republik bis zu neun Milliarden Euro kosten könnte. Geld, das besser in die Errichtung betrieblicher Gleisanschlüsse investiert wäre, betont der VCÖ. Während Firmen nämlich die Straßen-Anbindung meist gänzlich gefördert werde, blieben sie bei Gleisanschlüssen auf Kosten sitzen.

Land setzt auf Sperren, WKO auf Öko-Equipment

Dieser Nachteil gehöre beseitigt, fordert der VCÖ. Immerhin reduziere der Gütertransport via Schiene nicht nur CO2-Emissionen um 95 Prozent, sondern verringere auch Straßenschäden und Unfallrisiken.

Aus dem Büro von Verkehrslandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) heißt es dazu: „Die Forderung des VCÖ nach einer Verlagerung der Güter auf die Schiene ist zu begrüßen. Hier sind wir seitens des Landes aber davon abhängig, dass der Bund im Burgenland anstehende Bahnprojekte aber auch die Flughafen-Spange umsetzt.“ Gegen den Schwerverkehr gelte ein Fahrverbot für LKW über 7,5 Tonnen an den Grenzübergängen Deutschkreutz, Klingenbach und Bonisdorf.

Wirtschaftskammer-Spartenobmann Hans-Dieter Buchinger betont aber, dass 85 Prozent der LKW-Fahrten innerösterreichische und kürzer als 150 Kilometer seien, die Bahn hier mangels Infrastruktur viele Ziele gar nicht erreiche. „Wir werden im Nahverkehr weiter auf modernes, sicheres und umweltschonendes Equipment setzen“, so Buchinger.