Wird Einkaufen am Sonntag möglich sein?. Vorschlag von WK-Boss Mahrer in Bezug auf Weihnachtsgeschäft sorgt auch im Burgenland für Diskussionen.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 26. November 2020 (05:33)
Pro & contra Sonntagsöffnung: „Ware für Weihnachtsgeschäft ist bestellt“, meint WK-Chef Peter Nemeth (links oben). „Auf Arbeitnehmer wird vergessen“, beklagt AK-Präsident Gerhard Michalitsch.
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Die Diskussion um eine Sonntagsöffnung des Handels in der Adventzeit ist alles andere als neu, – mit einem gewissen Jo-Jo-Effekt flammt sie seit Jahren immer wieder auf. Für eine Neuauflage sorgt nun Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer mit seinem Vorstoß für längere Öffnungszeiten sowie offene Sonntage nach dem Lockdown bis Weihnachten. Die Thematik bleibt freilich umstritten – auch im Burgenland.

Mahrers Vorschlag „einiges abgewinnen“ kann dessen „pannonisches Pendant“ Peter Nemeth. Der Lockdown treffe den Handel im anstehenden Weihnachtsgeschäft besonders hart, die Lager der Händler seien voll. Es brauche „pragmatische Lösungen mit Hausverstand, damit die Menschen ohne sich anzustellen einkaufen gehen können.“

„Ware für Weihnachtsgeschäft ist bestellt“, meint WK-Chef Peter Nemeth.
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Eine „Ausbeutung der Arbeitnehmer“ im Handel ortet hingegen AK-Präsident Gerhard Michalitsch – die Beschäftigten würden bereits jetzt an die „Grenzen der Belastbarkeit“ gehen. Michalitsch plädiert stattdessen für eine Stärkung des regionalen Handels über gezieltes Online-Shoppen oder Lieferservice. Scharfe Kritik hagelt es auch von der Handelsgewerkschaft GPA Burgenland. Die rund 12.000 heimischen Handelsangestellten würden in der Krise das Land „am Laufen“ halten und dafür Respekt verdienen, „nicht zusätzliche Belastungen“, moniert Bernd Weiß, Vorsitzender-Stellvertreter. Befragungen zufolge würden über 90 Prozent der Handelsangestellten eine Sonntagsöffnung ablehnen, so Weiß.

„Auf Arbeitnehmer wird vergessen“, beklagt AK-Präsident Gerhard Michalitsch.
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Auch innerhalb der Wirtschaft selbst gehen die Meinungen auseinander: Der Einzelhandelssektor stehe derzeit unter großem Druck, in einer Umbruchphase sei es notwendig, „auch über Flexibilität stärker nachzudenken“, so Mario Schwann, General Manager des McArthurGlen Designer Outlets Parndorf: „Flexiblere Öffnungszeiten könnten unterstützen, Besucherströme zu frequenzstarken Zeiten aufzulockern – und den Kunden so mehr Raum für ihre Einkäufe geben.“

Skepsis überwiegt hingegen bei Alexandra Wieseneder, Centermanagerin des „eo“ Oberwart. Die Kaufkraft werde nicht steigen, „der Umsatz kann auch in sechs Tagen getätigt werden“, ist sie überzeugt. Die Frage sei zudem auch, ob sich Betriebe durch Zuschläge anfallende Mehrkosten leisten können.