Mit Optimismus in die Sommer-Saison. Volle Gastgärten am See, langsamer Start im Mittel- und Südburgenland. Tourismus, Gastro und Kultur sind aber zuversichtlich.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 10. Juni 2021 (06:06)

Zu Pfingsten war die Wieder-Eröffnung verregnet – das vergangene lange Wochenende zeichnete nun aber den Weg in den Sommer vor. Die ganz große Euphorie ist angesichts der Einschränkungen nicht ausgebrochen, die Lockerungen und die Buchungslage im Tourismus stimmen aber zuversichtlich. „Wir hoffen auf ähnlich gute Sommermonate wie 2020, wo das Burgenland einen Rekord verzeichnen konnte. Die aktuelle Buchungslage ist vergleichbar mit dem Vorjahr“, blickt Tourismus-Geschäftsführer Didi Tunkel optimistisch nach vorne.

Neusiedler See an langem Wochenende gut besucht

Im Nordburgenland und vor allem rund um den Neusiedler See war das lange Wochenende ein starkes, wie die vollen Gastgärten zeigten. In der Landesmitte und im Süden fehlten zum Teil noch die Ausflugsgäste, zieht Matthias Mirth als Sprecher der burgenländischen Gastronomen Bilanz. Als Pächter des Freibad-Restaurants in Jennersdorf meint Mirth: „Mir wurde gesagt, es war das schwächste Badewochenende seit zehn Jahren. Viele sind nach Italien, Kroatien oder eben zum See gefahren.“


Unterschiede in den Regionen

Allerdings ist es gerade auch die Weitläufigkeit des Südens, durch die sich auch regionale Unterschiede bemerkbar machen. Martin Ochsenhofer, Obmann der Tourismus-Region Oberwart-Güssing spricht angesichts der Buchungen bei Zimmern und E-Bikes von einer „super Stimmung“. Und: „Es hatten so viele Buschenschänke offen wie nie zuvor. Alle haben viele Sitzplätze im Außenbereich geschaffen, damit genug Platz für alle da ist.“ Die Kellerstöckl in der Umgebung sind für den Sommer beinahe ausgebucht.

Heiraten auf Burg Güssing

Auf Burg Güssing berichtet Gilbert Lang nach dem Wochenende von einem regen „Kommen und Gehen“, vor allem auch wegen der 100-Jahre-Burgenland-Sonderschau. Darüber hinaus fixieren Hochzeitspaare im Burg-Gasthaus ihre Termine für den Sommer. Große Feste und Hochzeiten sowie noch mehr Besucher bei Kultur-Events sollen nämlich wieder möglich sein, wenn im Juli weitere Einschränkungen fallen.
Günter Kurz, Obmann des Tourismusverbandes Mittelburgenland und Hotelier in Lutzmannsburg und Oberpullendorf, meint: „Meine Einschätzung ist, dass die Therme und Lutzmannsburg im Allgemeinen sehr gut gebucht war. In unseren beiden Häusern waren wir jedenfalls sehr zufrieden.“ Nach der „langen Durststrecke“ meint Kurz: „Es könnte ein guter Sommer werden!“


„Wichtig ist, dass wir wieder offen haben …“

Optimistisch blickt auch Stefan Schindler, Geschäftsführer der Neusiedler See Tourismus GmbH (NTG) in die Sommersaison. „Wir sind zufrieden mit dem Start und froh, dass es mit dem Tourismus wieder weiter geht.“ Eine Prognose für den Sommer lässt sich Schindler nicht entlocken. Die Auswirkungen des Grünen Passes seien nicht abschätzbar, möglicherweise ziehe es Österreicher wieder vermehrt ins Ausland.

Allerdings: „Wenn die Grenzen wieder aufgehen, dann heißt es auch, dass wieder mehr ausländische Gäste zu uns kommen können. Wir merken, dass deutsche Gäste an der Region wieder sehr interessiert sind.“
Auf weitere Lockerungen – einige gibt es ja bereits – freut man sich in der Gastronomie. Helmut Tury, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitbetriebe, meint, die Testpflicht sei spürbar: „Für einige Gäste erscheint es zu mühevoll, sich einen Test zu holen, sie bleiben lieber zu Hause. Aber wichtig ist, dass wir wieder offen haben. Die Dinge spielen sich ein.“