Lkw-Bestand erstmals seit Jahren rückläufig. Die Coronakrise hat in der heimischen Transportwirtschaft tiefe Spuren hinterlassen.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 21. Januar 2021 (12:28)
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Die Transportleistung ging um knapp 20 Prozent zurück, alleine in der ersten Jahreshälfte wurden um 30 Prozent weniger Nutzfahrzeuge zugelassen, erstmals seit Jahren ging der Lkw-Bestand zurück. Und auch für 2021 sind die Transporteure eher skeptisch: Rund ein Drittel erwarten einen weiteren Umsatzrückgang, womit die Stimmung schlechter ist als in der Gesamtwirtschaft.

Besonders hart hat es im Coronajahr 2020 die Reisebusbranche getroffen, deren Busse die Abstellplatz nur mehr von innen kennen. Dank der Solidarität der Banken hat es hier aber noch keine Pleitewelle gegeben, so Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der WKÖ. Im Sektor Autobusverkehr (ohne Nahverkehrslinien) und Seilbahnen hat sich die Zahl der Arbeitslosen von 1.056 zu Jahresbeginn 2020 auf 2.728 Personen zum Jahresende erhöht. Einen kräftigen Anstieg gab es auch bei den Taxlern (von 3.123 auf 5.605).

Große Sorgen bereitet den Transporteuren die unterschiedlichen Corona-Einreisebestimmungen sowie die mangelnden Testmöglichkeiten an den Grenzen. Dazu kämen noch regionale Bestimmungen in den einzelnen Staaten, wie etwa in Deutschland. Klacska appelliert an die Bundesregierung, auch die Beschäftigten der Transportbranche rasch zu impfen. In Rumänien würden die Lkw-Fahrer demnächst bereits an die Reihe kommen.

Zu den zahlreichen "schwarzen Schafen" unter den Zustellern, die bei einer arbeitsrechtlichen Überprüfung eines Amazon-Lagers in Niederösterreich gefunden wurden, betonte Klacska, dass man diesen "die schwarze Wolle runterscheren muss". Er fordert hier umfangreichere Kontrollen der Gewerbeberechtigungen durch die Behörden, um illegale Anbieter herauszufiltern. Hier gebe es auch eine entsprechende Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft.