19-Jährige Zurndorferin führt erfolgreiches Start-Up. Die Zurndorferin Julia Rosner ist mit ihren 19 Jahren für viele Frauen ein Vorbild. Sie ist die Gründerin des Start-Ups „Lence“.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 06. November 2019 (04:29)
Saskia Jahn

„Es ist der Wahnsinn, ich bekomme so viele Anfragen für Keynotes-Events, wo ich vor Schülerinnen oder erwachsenen Frauen meine Story erzählen soll. Obwohl ich ja finde, dass sie noch recht kurz ist“, schmunzelt die erfolgreiche Unternehmerin. Anfang September ging Julia Rosner beim Wienerin Gründerinnentag 2019 bei der Wahl von der besten Idee einer österreichischen Unternehmerin als Gewinnerin hervor. „Und da kam dann alles so richtig ins Rollen“, erzählt Rosner im BVZ-Interview.

Im Dezember 2018 entwickelte sie die ersten Pläne für das Unternehmen, in dieser Zeit war die Zurndorferin noch Schülerin an der Hochleistungssportschule Südstadt. Im Juni dieses Jahres absolvierte sie die AHS-Matura. Schon während der Schulzeit habe Julia Rosner Jüngeren Nachhilfe in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch gegeben. Aus dieser Tätigkeit heraus, entstand die Idee, eine Website zu entwickeln, die alle möglichen Bildungsangebote auflistet.

„Es war anfangs ein Spaßprojekt, rein aus Interesse. Die Idee war, Lernende mit Lehrende zu vernetzen, ich wollte ein Schülernetzwerk aufbauen. Dass das jetzt alles so konkret wird und das Feedback so positiv ist, überwältigt mich“, freut sich die 19-Jährige.

Seit Feber entwickelt das Team rund um Julia Rosner, das bis Ende des Jahres noch wachsen wird, die Software hinter der Website. „Wir befinden uns immer noch in der Entwicklungsphase. Unsere Seite soll einen Überblick über alle Bildungsmöglichkeiten geben. Darüber hinaus kann man sich dann direkt bei uns bei dem Kurs eintragen und eine passende Finanzierung finden. Die Basis unseres Start-Ups ist ein Onlinemarktplatz, wo du alles auch gleich buchen kannst.

Parallel dazu befinden wir uns gerade in der Entwicklung eines Algorithmus, der die Suche nach einer Bildungseinrichtung automatisiert. Das bedeutet, dass jeder, der ein Profil auf unserer Seite anlegt, mit dem passenden beziehungsweise gesuchten Kurs automatisch ‚gematcht‘ wird“, erklärt die 19-jährige Gründerin das Prinzip des Start-Ups.

Der erste Schritt sei es, sich auf österreichweite Bildungsangebote zu fokussieren. „Wir wollen dies aber stetig ausweiten. Nächstes Jahr wäre das Ziel, die Bildungseinrichtungen des ganzen deutschsprachigen Raums zu involvieren. In weiterer Zukunft wollen wir natürlich ein weltweites Unternehmen werden“, so Rosner. Um dies alles erreichen zu können, müsse man nun ideale Investoren finden und „ein unglaublich cooles Produkt entwickeln“.

Das jetzige Hauptaugenmerk lege sie vor allem auf Institutionen, die Menschen am Arbeitsmarkt fit für die Zukunft machen. Plan wäre aber, schlussendlich zwei Schienen zu fahren: einerseits das eben genannte Lence Business, andererseits aber auch Lence School. Das inkludiere wiederum Fahrkurse, Summer Schools, Aufnahmeprüfungen für Universitäten, Vorbereitungskurse, Sprachkurse und noch viel mehr.

Auf die Frage, warum sie Neues im Bereich Bildung schaffen nöchte, antwortete die Unternehmerin aus Überzeugung: „Die schulische Bildung ist nur ein Bruchteil unseres Wissens, weil unsere Welt durch die Digitalisierung so schnelllebig geworden ist. Mangelnde Bildung ist die Wurzel all unserer Probleme.“

Die junge Zurndorferin wünsche sich mehr Förderungen für Gründerinnen unter 20 Jahren. Auch die Frauenquote sei „vernichtend“. Diese liege bei Start-Ups in der Technik bei weniger als fünf Prozent. „Ich habe mich vor einem halben Jahr für das Start-Up und gegen ein Studium entschieden, und das ganz bewusst. So jung einen so großen Schritt zu wagen, birgt sicherlich Gefahren, die Vorteile überwiegen für mich aber klar.

Ich denke groß und visionär, ich habe keine Angst vor Risiken“, betont die gebürtige Zurndorferin. Es habe auf jeden Fall einen gewissen Reiz, wenn man so jung ist und für große Probleme Lösungen, die die Welt verändern, schaffen kann. „Ich bin der Meinung, dass das für mich jetzt eine große Chance ist, Erfahrungen zu sammeln und mega viel mit der eigenen Idee zu erreichen und darauf freue ich mich sehr“, meint die Gründerin abschließend mit einem Lächeln im Gesicht.