Ein Preis fürs Burgenland. Sepp Laubners Glas-Skulptur zum BVZ-Martini-Preis spiegelt das Verständnis des Werkes des heuer verstorbenen Künstlers wider.

Von Dietmar Baurecht. Erstellt am 16. November 2020 (16:04)
BVZ-Martini: Ehrung für die Cselley Mühle im Jahr 2012 mit dem Preis – hier Robert Schneider, Hans Bögl und Sepp Laubner, der den BVZ-Martini auch gestaltet hat.
Müllner

Sepp Laubner – in erster Linie ein Künstler, dessen abstrakte, farblich starke und gleichzeitig weiche Bildkompositionen sich markant im inneren Auge des Betrachters eingebrannt haben. Einen Laubner kennt man!

Kreativer Rückzugsort. Sepp Laubner in seinem Atelier in der Cselley-Mühle. Sie war eine seiner besonderen Lebensaufgaben aber auch der Ort, wo seine Kunst entstanden ist.
Millendorfer

In zweiter Linie erlangte Laubner „persönliche Bekanntheit“ nicht zuletzt dadurch, – wie Günter Unger in seinem Buch „Burgenland mon amour“ (2006) schrieb, – dass „er einer der Besitzer und Betreiber des 1976 gegründeten Aktionszentrums Cselley - Mühle in Oslip“ ist. Die „MÜ“, die er mit dem 2019 verstorbenen Künstler Robert Schneider als verbindenden Ort zwischen Arbeit, Kunst und Kultur initiierte, ist ihm Inspirationsort und auch Ort für sein Atelier gewesen.

Im Landhaus in Eisenstadt hängt auch Sepp Laubners Bild von Alt-Landeshauptmann Hans Niessl.
Millendorfer

Viele haben Laubner in seinem Atelier besucht – auch während der „Ziel 1 = Kunst = Ziel 1“-Workshops ab 2001. Sein Atelier bietet Platz, auch Arbeiten zur Seite zu stellen, um später den entscheidenden Pinselstrich zu setzen. Sein Pinsel als Symbol der Künstler liegt nun nach seinem Tod im September still da. Auch wenn es pathetisch klingen mag: Der Künstler Sepp Laubner lebt in seinem Werk fort.

BVZ-Martini-Preis gestaltet von Laubner

Neben seinen unzähligen Arbeiten gibt es aber auch ein Objekt, das er als „Produkt des Burgenlandes“ – wie er sich selbst pointiert in einem Interview mit der BVZ bezeichnete, – dem Engagement für besondere Leistungen im Burgenland gewidmet hat. Seine Glas-Skulptur, die er für den BVZ-Martinipreis gestaltet hat, zeigt den vom Heiligen Martin geteilten roten Mantel. Mit diesem Stück bekommt jeder Ausgezeichnete ein Stück des Verstehens des gesamten Werks von Sepp Laubner mit nach Hause.

Hier rundet sich die Geschichte ab, denn auch die Cselley Mühle und Sepp Laubner selbst waren Preisträger des BVZ-Martinipreises – eine Auszeichnung, die seit 2012 im Vorfeld des Landesfeiertages am 11. November verliehen wird. Damit trägt die BVZ die Erinnerung an einen ganz großen Künstler unseres Burgenlandes mit und erweist ihm Reverenz.