Grüne fordern "mutigere Klimastrategie" für Eisenstadt. Mit einem "5-Punkte-Plan" wollen sich die Eisenstädter Grünen für eine "mutigere Klimastrategie" in der burgenländischen Landeshauptstadt einsetzen. Sie fordern darin etwa, dass die Bodenversiegelung gestoppt, die Begrünung verstärkt und der öffentliche Verkehr in Eisenstadt ausgebaut wird, wie die Gemeinderäte Anja Haider-Wallner und Peter Ötvös am Donnerstag bei einer Pressekonferenz betonten.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 08. August 2019 (11:34)
Anja Haider-Wallner 
NOEN, Werner Müllner

Ein wesentlicher Schritt hin zu einem besseren innerstädtischen Klima wäre laut Haider-Wallner die Begrünung von Fassaden und Dächern. Außerdem fordert sie mehr Baumpflanzungen in der Fußgängerzone und auf anderen versiegelten Flächen. Um die Lebensdauer der Bäume zu erhöhen, sollen Alternativen zum Streusalz eingesetzt werden, sagte Haider-Wallner. Zudem wollen die Grünen, dass die Bodenversiegelung ein Ende nimmt. Am Stadtrand sollen keine weiteren Einkaufszentren errichtet und stattdessen bereits versiegelte Flächen vorrangig genutzt werden.

Außerdem fordern die Grünen eine effizientere Energieversorgung und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie des Rad- und Fußverkehrs. Bei der Grünraumpflege soll auf Pestizide verzichtet werden. Die Umsetzung der Klimaschutz-Maßnahmen soll laut den Grünen in Nachhaltigkeitsberichten nachgewiesen werden. Jeder Beschluss im Gemeinderat müsse auf seine Klimawirksamkeit geprüft werden. "Klimaschutz muss bei jedem Thema, das es gibt, ein Teil davon sein", sagte Ötvös.

Dass diese Maßnahmen dringend notwendig seien, bestätigte auch Daniel Johnson von der ESCP Europe Business School Berlin. Er betonte: "2019 ist bis jetzt ein bezeichnendes Jahr für die Folgen des Klimawandels. Hitzerekorde in mehreren EU-Städten wurden gebrochen." Nicht zuletzt deshalb sei es gerade in Städten wichtig, Maßnahmen gegen die hohen innerstädtischen Temperaturen zu setzen.

Einem "Manifest für aktiven Klimaschutz" der ÖVP hatten die Grünen allerdings nicht zugestimmt. "Der Klimaschutzantrag kam drei Stunden vor der letzten Gemeinderatssitzung. Für ein so gewichtiges Thema ist uns das zu wenig Zeit", betonte Ötvös. Die Grünen wollen deshalb nun mit allen Parteien Gespräche führen und in der nächsten Sitzung einen gemeinsamen Antrag einbringen. Die ÖVP verspricht unterdessen, dass ihr Manifest im September beschlossen werde.