Yachtclub Breitenbrunn feiert Jubiläum. Der Yachtclub Breitenbrunn feiert 50-jähriges Bestehen. Überschattet werden die Feierlichkeiten jedoch von der Ungewissheit über den Fortbestand am aktuellen Standort.

Von Denise Grosina. Erstellt am 20. Juli 2019 (04:51)

Vergangenes Wochenende feierte der Yachtclub in Breitenbrunn mit einem Sommerfest unter dem Motto: „Die wilden Sechziger“ - ganz im Sinne seines Gründungsjahres, - sein 50-jähriges Bestehen. Die Zukunft des Vereins steht allerdings noch in den Sternen.

Mitte der sechziger Jahre wurden die Regattabahnen im Segelsport verändert. Dadurch benötigte man nun mehr Platz für diese und Orte wie die Donau waren für den Sport plötzlich nicht mehr geeignet. Daher suchten Wiener Segelvereine eine Ausweichstelle und wurden in Breitenbrunn fündig.

Zu diesem Zeitpunkt wollte die Gemeinde Breitenbrunn gerade ein Seebad am Neusiedler See errichten und man fand eine gemeinsame Lösung. Das Stückchen Land, auf dem sich seit 50 Jahren das Clubgelände des Yachtclub Breitenbrunn befindet, war damals Teil des Schilfgürtels, der sich um den See erstreckt.

Leute vom Wiener Yachtclub kamen an den Neusiedler See und gründeten 1969 den Yachtclub Breitenbrunn quasi im Gatsch“Christian Müller-Uri

„Leute vom Wiener Yachtclub kamen an den Neusiedler See und gründeten 1969 den Yachtclub Breitenbrunn quasi im Gatsch“, erläutert der ehemalige Präsident Christian Müller-Uri bei seiner Ansprache beim Sommerfest. Bereits im Winter 1969 begannen die Mitglieder des neuen Vereins das Gelände mit Schutt aus dem Leithagebirge aufzuschütten und so konnte 1970 bereits ein provisorischer Segelbetrieb stattfinden.

Die Errichtung der Anlage mit Clubgebäude wurde damals größtenteils durch den Bau der Kabanen finanziert. Der Verkauf dieser und die Mitgliedsbeiträge von bald über 100 Mitgliedern ermöglichten die großen Investitionen, um das Gelände zu errichten.

Zwei Jahre nach der Fertigstellung des Clubhauses im Jahr 1976 fand auf dem Areal des Yachtclubs die erste Großveranstaltung statt, nämlich die Tornado Europameisterschaft.

Top-Ergebnisse für Mitglieder des Yachtclubs

Die derzeit jüngsten Erfolge leisteten unter anderem Tom Zajac vom Burgenländischen Yachtclub und Barbara Matz vom Yachtclub Breitenbrunn. Sie haben bei der 125. Kieler Woche in der Olympischen Bootsklasse Nacra 17 den ersten Platz geholt. Außerdem ist Toni Messeritsch vom Yachtclub Breitenbrunn, der derzeit beste Segler Österreichs unter 15 Jahren. Er ist zur Zeit bei der Optimisten Weltmeisterschaft in Antigua unter 255 Teilnehmern auf dem 15. Platz.

Die großen sportlichen Erfolge des Vereins sind dem Standort am Neusiedler See und der intensiven Förderung des Nachwuchses zu verdanken.

Präsident des Yachtclubs Walter Bajons erläutert: „Der See entspricht den stabilen und starken Wind- und Wellenverhältnissen, die ebenfalls bei internationalen Großveranstaltungen vorherrschen. Daher bringen Segelvereine am Neusiedler See tendenziell mehr erfolgreiche Segler hervor.“

Zukunft des Yachtclubs weiter ungewiss

Das Fest zum Jubiläum stand jedoch ein wenig im Schatten der Verhandlungen mit den Esterhazy Betrieben bezüglich des Fortbestandes des Vereins auf seinem derzeitigen Gelände. Dennoch zeigten sich die Mitglieder zuversichtlich. Es konnte weder bei den Gerichtsverhandlungen noch in den außergerichtlichen Gesprächen eine für beide Seiten passende Lösung gefunden werden.

„Eine außergerichtliche Einigung wäre immer noch möglich. Sollten wir auf keinen grünen Zweig kommen, werden am Ende des Tages die Gerichte entscheiden, was mit dem Yachtclub passiert“, erklärt Bajons in seiner Festansprache.

Die gemeinsame Lösung muss seitens des Yachtclubs auf jeden Fall den weiteren Bestand des Vereins sichern. Daher wird eine langfristige Vereinbarung angestrebt.

Kein Plan B 

Walter Bajons über die Zukunft, sollte zugunsten von Esterhazy entschieden werden: „Einen Plan B gibt es für den Yachtclub Breitenbrunn derzeit nicht, deshalb versuchen wir immer noch zu verhandeln.“

Seitens einer Sprecherin der Esterhazy Betriebe gibt es keine Neuigkeiten über den Verbleib des Yachtclubs.

Walter Bajons ging in seiner Festrede auf die Ungewissheit ein: „Vor 50 Jahren ist der Yachtclub hier in Breitenbrunn angekommen. Und er ist gekommen, um zu bleiben. Dieses „Bleiben“ ist jedoch heute mit einem Fragezeichen versehen. Ob der Yachtclub hier bleiben wird, ist eine Frage, die heute keiner beantworten kann. Niemand.“

Die Mitglieder hoffen auf viele weitere Jahre in ihrem Heimathafen in Breitenbrunn.