Bürgerinitiativen: Gemeinsam gegen den Transitverkehr. Die Bürgerinitiativen gegen den A3- und S4-Ausbau warnen vor möglichen Verkehrslawinen.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 12. Februar 2020 (03:36)
Forderungen präsentiert. Die Aktivisten der Bürgerinitiativen gegen A3- und S4-Ausbau.
zVg

„Wir wollen heute ein Zeichen setzen, dass die Bürgerinitiativen sich vernetzen“, betonte Edith Ivancsits von der „Bürgerinitiative gegen den A3-Ausbau BIG A3“ bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Bürgerinitiative „STOPP Ausbau S4“ am vergangenen Freitag.

„Auch wenn die Politik betont, dass dort Tempo 100 bleibt: Der dortige Sicherheitsausbau ermöglicht rechtlich die Anhebung des Tempolimits auf 130 Kilometer pro Stunde.“

Gerhard Klawatsch aus Bad Sauerbrunn (Bezirk Mattersburg) von der Bürgerinitiative „STOPP Ausbau S4“ erklärte den Grund: Spätestens 2023 wird die Sopron-Umfahrung M85 an die österreichische Staatsgrenze gebaut werden. Dort kämpft die Bürgerinitiative seit Jahren gegen den Anschluss der A3 an diese.

Nicht ohne Erfolg: In allen vier Anrainergemeinden gibt es Gemeinderats-Entscheide gegen den A3-Ausbau. Sollte dieser dennoch kommen (im Straßenbaugesetz des Bundes ist er vorgesehen) wäre der Verkehr aus Südost-Europa gleich via S31 auf der S4. „Auch wenn die Politik betont, dass dort Tempo 100 bleibt: Der dortige Sicherheitsausbau ermöglicht rechtlich die Anhebung des Tempolimits auf 130 Kilometer pro Stunde.“

Das würde einen beträchtlichen Teil der rund 13.000 Transit-Lkw von der A4 auf die ausgebaute A3/S4 locken. Die Bürgerinitiative geht von rund einem Drittel aus, die den dann schnelleren Weg auf A1 und A2 wählen würden. Und das mit dramatischen Folgen für die Anrainer. Franz Bauer aus Großhöflein zeigte anhand eines Berichts der Weltgesundheitsorganisation WHO, dass ab 40 Dezibel ein gesunder Schlaf nicht mehr möglich ist, Stresserkrankungen wie chronische Kopfschmerzen sind die Folge. Dazu käme eine höhere Feinstaubbelastung durch das höhere Tempo der Lkw.

Auch für den Tourismus hätte das dramatische Folgen, berichtet Wolfgang Pelikan von der BIG A3: Fertörakos mit seinem neuen Mega-Strandprojekt und dem Felsentheater wäre wesentlich leichter erreichbar als Mörbisch, Rust und St. Margarethen. Die Forderungen der BIG A3 und STOPP S4 sind: Kein Ausbau, Tempo 80, Investitionen in Schallschutz und Schiene.