Eisenstädter Bürgergespräche: Streit um Kirchengasse

Erstellt am 01. Dezember 2022 | 05:39
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Ein Bauprojekt sorgt für Kritik, Bürgermeister und Projektbetreiber beruhigen.

In der vergangenen Woche fanden die jährlichen Bürgergespräche in Eisenstadt und St. Georgen statt. Gerade das in Eisenstadt bekam ungewöhnlich hohe Aufmerksamkeit, viele „Oberbergler“ hatten über die sozialen Medien zur Teilnahme aufgerufen. Der Hintergrund: Der Baustart eines der beiden Siedlungsbauten in der Kirchengasse stand bevor.

Viele der rund 100 Anwesenden hatten sich eine Bausperre wie im St. Georgener und Kleinhöfleiner Ortszentrum gewünscht. Dieses bestehe am Oberberg nicht, der Gemeinderat könne private Bauprojekte nur stoppen, wenn diese den Bebauungsrichtlinien widersprächen, erklärte Bürgermeister Thomas Steiner. Vielmehr gelte der neu beschlossene Teilbebauungsplan, dessen Ziel es war, Großbauten im Einfamilienhausgebiet zu verhindern.

Bisher hätten sich alle Projektbetreiber daran gehalten, bis auf einer, der 30 Wohneinheiten am Hartlsteig errichten will. Er klage derzeit die Stadt, so Steiner, und rechne offensichtlich nicht damit, diesen Prozess zu verlieren. Ein anderer Oberbergler berief sich auf den Ensembleschutz. Den gebe es nur auf der FuZo, wehrte Steiner ab.

Wie die BVZ im Umfeld der Bürgergespräche erfuhr, versuchen derzeit einige Anrainer, per Klage die Höhe des Bauprojekts zu verringern. Die Höhe werde im Vergleich zum Vorgänger-Haus, einer alten Tischlerei, nicht verändert, so der Projektbetreiber R.S. Consult: „Das Projekt Kirchengasse 31 wurde auf Basis der Höhen und Konturen des Bestandes aufgesetzt. Die Anordnung der Baukörper hat sich am Bestand orientiert und stellt eine Fortschreibung dessen dar.“

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Der Straßentrakt an der Kirchengasse (re.) soll das Vorgängerhaus nicht überragen, er und der Hoftrakt beherbergen je drei Wohnungen.
Foto: R.S. Consult

Die Wohnhausanlage soll laut Plan (siehe Grafik) aus einem Straßentrakt und einem Hoftrakt mit drei Wohngeschossen bestehen, in jedem Geschoss eines Traktes wird sich eine Wohnung befinden. Zum Garten hin ist noch ein Doppelhaus mit Eigengrund geplant, sodass in der Wohnungsanlage in Summe sechs Wohnungen und zwei Häuser errichtet werden. Parkmöglichkeiten sollen unterirdisch entstehen.

Es gab aber letztendlich auch noch andere Themen. Ob eine Gebührenerhöhung geplant sei, wollte eine Teilnehmerin wissen. Ja, in der Höhe der Inflation, erklärte Steiner. Denn werde diese Anpassung ein Jahr ausgesetzt, würde sie im Folgejahr umso höher nachgeholt werden müssen.