Fünf Monate Freiheitsstrafe für Wutanfall. Ein 33-jähriger Mann drohte: „Ich schneide dir den Schädel ab und brunz‘ und scheiß‘ dir in den Hals!“

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 30. Oktober 2020 (04:34)
Symbolbild
Von Zolnierek, Shutterstock.com

Ein Wiener Paar im Alter von 58 und 52 Jahren war an einem Wochenende im Mai zu Gast bei einer Pensionistin. Man hielt sich in einem Haus in einer Ortschaft im Bezirk Eisenstadt auf, das zur Hälfte dem 33-jährigen Sohn der Pensionistin gehört.

Am Montag dieser Woche saß der dreifach vorbestrafte, derzeit beschäftigungslose Bautechniker auf der Anklagebank im Saal 7 des Landesgerichtes Eisenstadt.

Dem dunklen Nadelstreifanzug setzte ein rotes Stecktuch einen Farbtupfer auf, passend zur rotgemusterten Krawatte.

Eine Krawatte soll es auch gewesen sein, die den Angeklagten am 23. Mai 2020 so in Rage gebracht hatte.

Er hatte sich auf der Auktionsplattform Ebay für eine Krawatte im Wert von 800 Euro interessiert, das Stück wurde ihm aber von einem anderen Bieter weggeschnappt.

„Er kam mit einer Flasche Alkohol, setzte sich auf die Hollywoodschaukel und begann zu stänkern“, erinnerte sich die 52-jährige Besucherin.

Zum Eklat sei es dann am Abend gekommen. Angeblich wurde politisiert, die Herren waren sich nicht einig.

Plötzlich soll der 33-Jährige dem 58-jährigen Gast gedroht haben: „Ich schneide dir den Schädel ab und brunz‘ und scheiß‘ dir in den Hals!“

Halbnackt in den Garten gerannt

Im nächsten Moment soll sich der 33-Jährige seines Bademantels und seines T-Shirts entledigt und unter Grunzen und mit hochrotem Gesicht eine gewaltbereite Pose eingenommen haben.

„Die Frauen riefen: Lauf! Jetzt wird’s gefährlich!“, erinnerte sich der 58-Jährige.

Er fühle sich dem Angeklagten unterlegen und habe sich gefürchtet.

Deshalb sei er in den Garten gerannt und – als ihm der Angeklagte folgte – unter Hilferufen mehrere Runden um ein dort geparktes Auto gelaufen, bis die Pensionistin das Gartentor öffnete und er sich in den umliegenden Gassen in Sicherheit bringen konnte.

„Was glaubten Sie, dass er tun wird, als er sagte, er schneidet Ihnen den Kopf ab?“, wollte Richterin Karin Lückl wissen.

„Na, genau das!“, erklärte der Zeuge.

Seine Freundin berichtete, sie sei sehr beunruhigt gewesen und habe auf Wunsch der Mutter des Angeklagten die Polizei gerufen.

Die Pensionistin und die Freundin des Angeklagten nahmen diesen vor Gericht in Schutz.

Die Mutter bemerkte nur, dass ihr Sohn „allen auf die Nerven gegangen“ sei.

Gegenüber der Polizei hatte sie den Vorfall direkt am Tatort noch anders geschildert. Der ermittelnde Polizist hielt in einem Aktenvermerk fest, dass die Pensionistin davon sprach, ihr Sohn habe den Gast mit Schlägen bedroht.

Die Richterin folgte den Angaben des Wiener Paares und sprach den Angeklagten wegen des Vergehens der gefährlichen Drohung schuldig. Das Urteil - fünf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung – ist nicht rechtskräftig.