Eisenstadt

Erstellt am 14. Juni 2018, 06:56

von Elisabeth Kirchmeir

Kennzeichen gefälscht: Bauhelfer vor Gericht. Ein altes Auto, für das er wegen massiver Mängel kein Pickerl mehr bekam, machte ein Bauhelfer fit für den Verkauf.

Symbolbild  |  pixabay.com

Sein Auto, mehr Wrack als fahrtüchtiger Untersatz, hatte ein 39-jähriger Vater zweier Kinder im Bezirk Eisenstadt bei einem Lagerhaus abgestellt. Für drei Tage hatte er sich im März 2018 ein Überstellungskennzeichen organisiert, das er dann eigenmächtig manipulierte und somit die Verwendungsfrist verlängerte. Vorige Woche musste sich der Mann vor Gericht verantworten.

Er hatte zudem ein Pickerlgutachten aus dem Jahr 2016 auf 2018 umdatiert und dieses einem Käufer, der für Transporte im Zuge einer Übersiedlung ein großes Auto suchte, im März 2018 mit den anderen Fahrzeugpapieren übergeben.

„Es hätte gereicht, wenn das Auto nur noch für einen Monat das Pickerl hat“, berichtete der 29-jährige Käufer des Fahrzeuges. Er habe gewusst, dass das Auto technische Mängel hatte, sei aber davon ausgegangen, dass das Pickerlgutachten aktuell sei.

Gekauftes Auto war ein Flop

Als er das Fahrzeug jedoch anmelden wollte, habe man ihm bei der Zulassungsstelle mitgeteilt, dass dies nicht möglich sei.

Offenbar habe der Angeklagte weder die Versicherung bezahlt noch das 2017 abgelaufene Pickerl erneuert.

Der Angeklagte, der bereits zweifach vorbestraft ist und unter psychischen Problemen leidet, bekannte sich reumütig schuldig: „Es tut mir wirklich wahnsinnig leid!“, beteuerte er am Schluss des Verfahrens.

Richter Andreas Beneder verhängte eine Geldstrafe von 480 Euro und eine bedingte Haftstrafe von acht Monaten.

An den betrogenen Käufer des Autos muss der Angeklagte den Kaufpreis in der Höhe von 450 Euro zurückzahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.