Lärm beim Nachbarn: Schläger gezückt!

Erstellt am 02. Dezember 2022 | 04:11
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Gericht Eisenstadt Justizzentrum Eisenstadt Burgenland Prozess Urteil Symbolbild
Das Justizzentrum Eisenstadt.
Foto: Werner Müllner
54-Jähriger aus dem Bezirk Eisenstadt drehte durch, weil Nachbarn am Parkplatz lärmten. Versöhnung vor Gericht.

Am 19. Juni dieses Jahres war die Nacht lau und in der Wohnung des 54-Jährigen und seiner Frau im Bezirk Eisenstadt standen die Fenster offen.

„Meine Frau hatte Kopfweh“, berichtete der Angeklagte, der sich vorige Woche wegen gefährlicher Drohung vor Richterin Birgit Falb verantworten musste.

Die Nachbarn waren im Besitz eines VW-Busses mit Seitenschiebetüre. Diese sei wiederholt geöffnet und wieder zugeworfen worden, erklärte der 54-Jährige. Um 22 Uhr war noch immer keine Ruhe.

Der 54-Jährige schnappte sich seinen Baseballschläger und trat vor die Tür. „Ich werde dich schlagen!“, drohte er dem Nachbarn.

Dieser fürchtete sich und erstattete Anzeige bei der Polizei.

„Warum sagten Sie bei der Polizei, dass Sie gar keinen Baseballschläger besitzen?“, wunderte sich die Richterin über den Angeklagten.

„Das hat einen Grund“, deutete dieser an. „Es gibt eine Vorgeschichte, warum ich es nicht gleich zugab.“

Die Richterin wollte aber die „Vorgeschichte“ gar nicht hören und akzeptierte, dass der Angeklagte nunmehr zugab, mit dem Baseballschläger gedroht zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Beschuldigten angeboten, den Konflikt im Rahmen eines Außergerichtlichen Tatausgleichs bei Neustart beizulegen.

Zu einer für Anfang September einberufenen Zusammenkunft sei aber sein Kontrahent nicht erschienen, so der Angeklagte.

Die Richterin bot ihm eine Diversion an: „Sie sind 54 Jahre alt und haben sich bislang nichts zuschulden kommen lassen“, hielt sie ihm zugute.

Sie empfahl dem Angeklagten, an den Nachbarn 100 Euro Schadenersatz zu bezahlen. Der Betrag von 1000 Euro, den die Opfervertreterin verlangt habe, sei „komplett überzogen“.

An die Republik muss der Baseballschläger-Besitzer 400 Euro Geldbuße bezahlen.

Nachdem das geklärt war, rief die Richterin das Opfer des Vorfalls herein.

Der Angeklagte gab seinem Nachbarn die Hand: „Nach zweieinhalb Jahren ist Ruhe und Frieden, ist das so?“, fragte er und der Nachbar stimmte zu.