Störenfried verletzt. Ein ungebetener Gast wurde bei Party mit Nachdruck hinauskomplimentiert und bekam zwei Ohrfeigen ab – Prozess.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 23. Juli 2021 (05:41)
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Feuchtfröhlich war bei einer Geburtstagsparty am 27. September 2020 in einem Weinkeller im Bezirk Eisenstadt gefeiert worden. Wegen der Verletzungen, die ein Störenfried damals erlitten hatte, sollten sich vorige Woche zwei junge Männer vor Gericht verantworten.

Jedoch wartete nur einer von beiden vor dem Gerichtssaal. Der zweite Angeklagte war unentschuldigt nicht erschienen.

Es war bereits nach Mitternacht gewesen, als bei der Geburtstagsparty im September des Vorjahres ein ungebetener Gast im Keller herumzustänkern begann.

Ungebetener und uneinsichtiger Gast

Einige Anwesende forderten den Mann auf, den Weinkeller zu verlassen. Auch die beiden Angeklagten bemühten sich darum, den Fremden aus dem Lokal zu bekommen. „Der Vorfall war in den frühen Morgenstunden“, erinnerte sich jener 20-jährige Angeklagte, der im Gerichtssaal erschienen war. Er habe bei der Party ausgeschenkt und selbst viel Bier und Wein konsumiert gehabt.

An die im Strafantrag beschriebenen Vorfälle könne er sich nicht erinnern, so der 20-Jährige.

Der nicht anwesende Angeklagte, ein 19-jähriger Mann aus dem Bezirk Eisenstadt, soll dem ungebetenen Gast beim Verlassen des Kellers einen Stoß versetzt haben, sodass dieser nach vorne stürzte und sich eine Beule auf der Stirn zuzog.

Vor dem Weinkeller wurde gestritten

In weiterer Folge wurde vor dem Keller weitergestritten, weil der ungebetene Gast das Areal weiterhin nicht verlassen wollte.

Der 20-Jährige soll dem Störenfried daraufhin zwei Ohrfeigen versetzt haben. Mit schweren Folgen: Das Opfer erlitt eine Perforation am Trommelfell des linken Ohrs, sowie eine dauernde Hörbeeinträchtigung und er leidet an Tinnitus. Aufgrund dieser Dauerfolgen wird die Verletzung des Opfers als schwer eingestuft.

„Filmriss“ galt nicht als Ausrede

Er habe einen „Filmriss“ gehabt und könne sich an den Vorfall nicht erinnern, beteuerte der 20-Jährige. Nur ein Monat vor der angeklagten Tat war ihm wegen einer anderen tätlichen Auseinandersetzung unter Alkoholeinfluss im Rahmen einer Diversion eine Geldbuße auferlegt worden war.

Deshalb kam nun aus Sicht der Richterin keine Diversion mehr in Frage. Der 20-Jährige wurde zu vier Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Weil der Verletzte seine Schmerzensgeldansprüche nicht beziffert und auch zur Zeugeneinvernahme nicht erschienen war, erhielt er keinen Geldbetrag zugesprochen.

Der 20-Jährige nahm das Urteil an. Der 19-Jährige wird neuerlich vorgeladen. Ihm werden auch andere Delikte vorgeworfen, etwa die Beschädigung eines BMW Cabrios.