Streit: Softgun im Auto vom dreijährigen Neffen?. Der Streit zweier Männer eskalierte – nun wurde auch der zweite Beteiligte verurteilt. Urteil nicht rechtskräftig.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 18. Januar 2019 (07:14)
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Symbolbild

Ein Vorfall am 11. September 2018 in einer Ortschaft im Bezirk Eisenstadt führte zu einer langwierigen Gerichtsverhandlung: Zwei Männer waren einander damals in die Haare geraten. Ein 26-jähriger türkischer Staatsbürger hatte mit einer Holzbank die Auslagenscheibe des Geschäftslokals eines 25-jährigen Unternehmers eingeschlagen.

Drohung mit Waffe vs. Samuraischwert

Dieser soll daraufhin den 26-Jährigen aus seinem Auto heraus mit einer Waffe bedroht haben. Der 26-Jährige holte wiederum aus seiner Wohnung ein Samuraischwert mit 68 Zentimeter langer Klinge und drohte dem Unternehmer mit dem Umbringen. Zum Glück konnte er von der Polizei gestoppt werden.

Während der 26-Jährige bereits vor einigen Wochen wegen dieser und anderer Straftaten (nicht rechtskräftig) verurteilt worden war, musste sich nun auch der Unternehmer vor Richterin Karin Lückl verantworten.

„Richtete die Waffe nicht auf ihn“

„Es stimmt nicht, dass ich die Waffe auf ihn richtete“, behauptete der Unternehmer. Zwar habe sich in seinem Auto eine Softgun befunden, diese habe aber seinem dreijährigen Neffen gehört.

Auch der 26-Jährige konnte sich plötzlich nicht mehr daran erinnern, mit einer Waffe bedroht worden zu sein: „Es war ein Missverständnis“, schwächte er seine ursprünglichen Schilderungen ab. „Ich glaube nicht, dass er auf mich schießen wollte, sonst hätte er geschossen.“

Staatsanwältin Petra Bauer bezeichnete diese Aussagen als beschönigend.

Der Unternehmer wurde zu fünf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Die bei ihm sichergestellte Softgun wird eingezogen.

„Ich gehe davon aus, dass die Waffe Ihnen gehörte und nicht von Ihrem dreijährigen Neffen im Auto vergessen wurde“, erklärte Richterin Karin Lückl. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.