Tourismus-Bilanz: Camping und Pensionen boomen. Coronabedingt ist es zu einem Nächtigungsminus im Bezirk Eisenstadt gekommen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 06. August 2020 (05:45)
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Dem landläufigen Trend – einem signifikanten Rückgang der Beherbergungs- und Nächtigungszahlen – folgen die Tourismusgemeinden im Bezirk Eisenstadt-Umgebung sowie die Landeshauptstadt. Durchschnittlich mussten die Tourismusdestinationen mit einem Minus von mehr als 50 Prozent rechnen – zu hundert Prozent coronabedingt.

WKO Burgenland/ Grafik: Bischof

Die Zahlen würden zwar für sich sprechen, so die Meinung des Neusiedler See Tourismus-Obmanns Friedrich Katz, aber die Lage sei nicht so dramatisch. „Viele haben erst später begonnen oder erst gar nicht wieder aufgesperrt. All das schlägt sich in den Zahlen nieder“, erklärt der Tourismusobmann, der aber mit der „Auftragslage“ der letzten Wochen ganz zufrieden ist. „Ganz aufholen können wir den Verlust zwar nicht mehr, aber wir werden mit einem hellblauen Auge davon kommen“, ist sich Katz sicher.

WKO Burgenland/ Grafik: Bischof

Die Saison läuft gut, vor allem der Campingtourismus. „Camping gibt eine gewisse Sicherheit vor Corona“, zeigt sich Katz zufrieden. Den Trend hin zu kleineren Unterkünften bestätigt auch Margit Sommer vom Eisenstadt-Tourismus.

Touristiker blicken positiv in die Zukunft

Alleine die Landeshauptstadt verzeichnet ein Minus von 64,1 Prozent. „Das Hotel Burgenland hat geschlossen. Es fehlen uns 300 Betten“, merkt Margit Sommer an und ergänzt: „In der Stadt ist viel los. Es kommen sehr viele Tagesgäste.“

In der Seefestspielgemeinde Mörbisch sind die Ankünfte im Juni laut Tourismusverband Mörbisch-Geschäftsführerin Andrea Posch um 26,6 Prozent eingebrochen, die Nächtigung um 31,3 Prozent. „Man merkt, dass die Leute sich nach Urlaub sehnen und wieder zu uns kommen. In den letzten Tagen waren wir immer voll, wir mussten sogar Leute wegschicken, weil alle Zimmer in Mörbisch belegt waren“, berichtet Posch. Die Privatzimmer sind bereits für den ganzen August ausgebucht.

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es in Donnerskirchen bei den Übernachtungen ein Minus von 63 Prozent, außer beim Camping. Hier beträgt das Minus nur 15 Prozent. „Wir hoffen, dass es im Juli und August noch weitere Übernachtungen gibt“, hieß es aus der Gemeinde. Auch das Hotel „Weinland“ (ehemals CheckIn) verzeichnet ein Minus. „Es gab um 50 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahr. Vor allem die Gäste, die die Festspiele in der Umgebung oder Kellergassenfeste besuchen, sind uns weggebrochen“, so Hotelier Florian Müllner.

Rosalia-Neufelder Seenplatte-Tourismus-Chef Andreas Wirth: „Die Stimmung bei den Touristikern ist nicht so negativ, sie blicken positiv in die Zukunft.“