Eisenstädter Dom: Pater Achim löst Pater Erich ab. Pater Erich wechselt nach Wolfsgraben/NÖ, sein Brief zum Abschied sorgte aber noch für Unmut.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 21. Mai 2020 (05:53)

Eigentlich hatte sich die Dompfarre schon auf die Wiedereröffnung der Kirchentore gefreut. Stattdessen hängt jetzt der Haussegen im Dom ordentlich schief.

Der Grund: „Auf Wunsch des Herrn Bischof hat die Ordensleitung der Kalasantiner beschlossen, dass Pater Erich Bernhard seine Aufgabe als Dom- und Stadtpfarrer mit 30. Juni 2020 beendet“, hieß es lapidar in den Pfarrnachrichten. Ein Satz, der sowohl den Pfarrgemeinderat, als auch den Bischofshof mehr als verärgerte.

Bischofshof: Autonome Ordens-Entscheidung

Aus dem Bischofshof heißt es auf Nachfrage der BVZ, dass es eine Entscheidung des Kalasantiner-Ordens gewesen sei, dem Pater Erich angehört (zum Wesen des Ordens-Pfarrers siehe ganz unten).

Auch der Orden der Kalasantiner widersprach in einer Aussendung den Aussagen Pater Erichs: „Der im Pfarrbrief angekündigte Wechsel ist bereits seit längerem geplant und wurde von Seiten des Ordens, der personell für diese Frage zuständig ist, wohlüberlegt vorbereitet.“ Diese Versetzung mit einem Bischofs-Wunsch zu begründen, sei „einseitig und verkennt die faktischen wie ordensinternen Hintergründe der Versetzung.“

Der Generalsuperior der Kalansantiner, Clemens Pilar, sprach auch an, was innerhalb geschlossener Dom-Tore auch länger schon bewusst war: „Es ist nicht zu leugnen, dass die Zusammenarbeit von Pater Erich und den Mitarbeitern verschiedenster diözesaner Dienststellen in all den Jahren ebensowenig konfliktfrei gewesen ist wie seine Zusammenarbeit mit den beiden geistlichen Gemeinschaften an der Dompfarre.“

Pfarrgemeinderat: „Hervorragende Arbeit“

„Aus unserer Sicht hat unser Dompfarrer in den letzten Jahren hervorragende Arbeit in Eisenstadt geleistet. Mit seiner offenen und herzlichen Art hat er viele Menschen erreicht – von Jung bis Alt, vom ,Hofrat‘ bis zum Flüchtling“, heißt es in einer Stellungnahme der zehn zurückgetretenen Mitglieder. Mit ihnen trat rund ein Drittel der 16 gewählten Pfarrgemeinderäte aus Protest zurück.

Die Kritiker halten dem entgegen, dass Pater Erich – dessen Abgang ja schon seit einem Jahr feststand – durch seinen Abschiedsbrief mit den Gefühlen der Gläubigen gespielt habe.

Der laute Abgang hat einen leisen Nachfolger: Pater Achim ist ein bescheidener Mensch, der nicht im Mittelpunkt stehen will. „Man kennt mich in Eisenstadt ohnehin“, erklärt der in Baden aufgewachsene Kalasantiner der BVZ. Er ist außerdem Religionslehrer im Gymnasium Kurzwiese in Eisenstadt.