Steinbrunn: Ortschef Kittelmann tritt nicht mehr zur Wahl an

Erstellt am 15. Mai 2022 | 06:15
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Bürgermeister Thomas Kittelmann (l.) tritt nicht mehr als Bürgermeisterkandidat an, sehr wohl aber Franz Niklesz (r.) vom Team Steinbrunn.
Foto: Foto zVg
Steinbrunns Bürgermeister Thomas Kittelmann kandidiert nicht mehr als Ortschef. Ihm könnte Franz Niklesz vom ÖVP-nahen Team Steinbrunn nachfolgen.

Paukenschlag in Steinbrunn: Bürgermeister Thomas Kittelmann tritt nicht mehr bei der Bürgermeisterwahl an. Als Grund für die Entscheidung nennt er persönliche und emotionale Belastung, die das Amt mit sich bringt.

„Ich bin gern im Austausch mit den Menschen und lasse viel an mich heran. Das belastet einen natürlich. Bevor es mich gesundheitlich überlastet, lasse ich es lieber“, erklärt er auf Anfrage der BVZ. „Ich bin gerne Bürgermeister und bleibe es auch noch bis zu den Wahlen. Aber dann ist Schluss.“

Vor zehn Jahren übernahm Kittelmann das Amt des Vize-Bürgermeisters, bei den Wahlen 2017 drehte er schließlich die Gemeinde und wurde zum Bürgermeister gewählt. „Es war eine schöne Zeit und ich habe, glaube ich, auch viel für Steinbrunn weitergebracht“, resümiert er.

Unter seiner Ägide sei „nach Jahrzehnten endlich“ der Neubau des Seerestaurants angestoßen worden und der Kindergarten um 2,5 Millionen Euro um- und ausgebaut worden. Einige Projekte sind zudem in der Planung oder Umsetzung: Etwa der Generationenpark oder die Radwege zwischen den drei Ortsteilen.

Er wolle jedenfalls in die zweite Reihe zurücktreten. „Ich bleibe ÖVP-Mitglied und werde auch kandidieren, allerdings auf den hinteren Listenplätzen. Eine Funktion werde ich auch nicht mehr übernehmen.“

„Team Steinbrunn“ will Amt übernehmen

Die ÖVP tritt bei den Gemeinderatswahlen heuer nicht als Partei an. Dafür steht am Wahlzettel das ÖVP-nahe „Team Steinbrunn“ um Spitzenkandidat Franz Niklesz. Vom Südburgenland zog es den Finanzexperten schon vor Jahrzehnten nach Steinbrunn, „Parteisoldat“ sei er keiner, auch in keiner Vorfeldorganisationen war er aktiv.

„Wir haben schon vor fünf Jahren mit der Öffnung begonnen, von den Gemeinderäten sind nur drei ÖVP-Mitglieder. Diesen Weg der Öffnung wollen wir nun fortsetzen und auch im Listennamen widerspiegeln“, so Niklesz.

In den letzten fünf Jahren sei unter Bürgermeister Kittelmann „viel weitergegangen“, nach „Jahrzehnten des Stillstandes.“ Diesen Weg wolle Niklesz nun mit der Liste fortführen. „Ich will das Beste und nicht nur das Notwendige machen“, schildert er seine Philosophie. Parteipolitik spiele dabei keine Rolle, „das hat auf Gemeindeebene nichts verloren.“

Das Wahlziel ist dabei klar: Das Bürgermeisteramt und ein Plus an Mandaten. Der obligatorische „fliegende Wechsel“ sechs Monate vor der Wahl sei nicht in Frage gekommen. „Wir haben nicht die Mandatsmehrheit im Gemeinderat und wollten nichts riskieren“, so Niklesz ohne viel Wehmut.