Rauf in den Eisenstädter Dom: 138 Stiegen gegen die Armut

Erstellt am 04. August 2022 | 04:23
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Einmal im Jahr läuten österreichweit die Glocken um auf das Armuts-Problem aufmerksam zu machen. Die BVZ begleitete die Caritas aufs Dach des Martinsdoms.

Es geht steil bergauf in dem Holzverhau, der das Stiegenhaus im Turm des Martinsdoms beheimatet. Man muss einen Entlastungsabstand zu der Person davor und dahinter lassen, ganz so, wie beim Bergsteigen.

Im 16. Jahrhundert wurde der gotische West-Turm fertiggestellt, eine, würde man heute sagen, Bauverzögerung von fast 300 Jahren (im 12. Jahrhundert standen schon Fundamente). Außerdem hätte ein zweiter Turm folgen sollen. Aber gut, der Ungarn-Aufstand 1488, der Osmanen-Feldzug 1529 und der große Brand 1589 sind da durchaus verständliche Gründe.

Der Dom und seine Diözese haben also schon vieles gesehen, wegschauen will letztere aber vor allem bei einem Thema nicht: Armut. An dieser leiden fast eine Milliarde Menschen weltweit und vor allem in Afrika, aber auch im Burgenland ist diese aufgrund der Teuerungswelle zurück. Am vergangenen Donnerstag läuteten daher österreichweit die Glocken, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen.

„Damit wollen wir ein lautstarkes Zeichen für jene Menschen setzen, die tagtäglich ums Überleben kämpfen und nicht wissen wie sie ihre Familie ernähren sollen. Gemeinsam wollen wir sagen: Wir haben Hunger satt!“, betonte Stefan Kaschütz, Generalsekretär Caritas Burgenland. „Das Glockenläuten regt an inne zu halten und an die Menschen zu denken, die es nicht so guthaben. Hunger ist kein Naturereignis, sondern ein zum Himmel schreiendes Unrecht“, pflichtet Bischofsvikar László Pal bei.

Wer einmal neben der läutenden Bischofsglocke gestanden ist, weiß, dass der Vikar recht hat. Da gibt es kein Tratschen und mit dem Handy spielen, der ganze Körper vibriert, fast so, als wolle ihn etwas wachrütteln.

Falls Sie beim Lesen oder Läuten wachgerüttelt wurden: Helfen Sie der Caritas helfen! Das Spendenkonto lautet AT34 3300 0000 0100 0652.