Bauprojekte in der Pipeline

Erstellt am 30. September 2022 | 04:32
Lesezeit: 4 Min
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Foto: zVg
Bei zwei Großprojekten sollen in Purbach und Donnerskirchen insgesamt fast 150 neue Wohneinheiten geschaffen werden.

Während viele Themen scheinbar immer erst vor Wahlen Hochkonjunktur haben, ist die Frage nach leistbarem Wohnraum ein Dauerbrenner. Diskutiert wird dabei oft emotional, ist doch der Spagat zwischen notwendigen Neubauten und weniger Bodenversiegelung kein einfacher.

An diese Problematik traut man sich in Donnerskirchen und Purbach nun mit zwei Großprojekten von Genossenschaften heran, die in der Planung aber unterschiedlich weit fortgeschritten sind.

„Leistbarer Wohnraum für junge Menschen kann einerseits nur durch Schaffung von neuem Bauland durch die Gemeinde ohne Gewinninteresse erfolgen und andererseits durch Projekte von Genossenschaften. Bei den Projekten achten wir auf den Erhalt des ländlichen Charakters“, meint Purbachs Bürgermeister Martin Horak zur Thematik leistbares Bauen für Jungfamilien. Und tatsächlich laufen diesbezüglich einige Projekte in der Stadt. Bereits im Bau befindlich sind die Wohnungen und Reihenhäuser der NEBAU in der Feuerwehrgasse. Bei diesem Projekt errichtet die Neue Eisenstädter in Zusammenarbeit mit den Architekten Halbritter & Halbritter 40 Reihenhäuser und 46 Wohnungen inklusive weitläufigem Park. Baubeginn war bereits im Frühjahr 2021. Die Reihenhäuser haben eine Wohnfläche von rund 104 Quadratmetern, die Wohnungen rund 50 bis 71 Quadratmetern.

Weiters errichtet die OSG im Bereich zwischen Oberer Bahngasse und Kreuzgasse 48 Doppelhaushälften und „Bungalows“ (im Volksmund: Schuhschachteln) auf Grundstücken mit 300 bis 350 Quadratmetern in den nächsten Jahren. Hier ist man allerdings noch in der Planungsphase. Ein privates Wohnungsprojekt im Bereich des Bahnhofes (Untere Bahngasse / Neubaugasse) mit 20 Wohnungen für Jungfamilien steckt ebenfalls in den Kinderschuhen. Auch der Ankauf von Grünland im Bereich der „Gemeindewiese“ (Radweg/Angergasse) samt Aufschließung und Umwidmung in leistbares Bauland sei auch voll im Gange, so Ortschef Martin Horak.

Wachstum als Weg,

nicht als Ziel

„Das stetige Wachstum unserer Gemeinde sehe ich nicht als Ziel, sehr wohl jedoch die Schaffung von Wohnraum für unsere Bevölkerung. Der Zuzug in unsere Gemeinde muss behutsam geregelt werden. Schließlich soll der ländliche Charakter unserer Gemeinde und das damit verbundene Lebensgefühl erhalten bleiben“, so Horak. Um die Infrastruktur laufend anzupassen, wurde in diesem Jahr der neue Kindergarten eröffnet, der alte soll saniert werden. Auch der Schulcampus stößt mittlerweile an seine Kapazitätsgrenzen.

Zur Lösung des Problems wurde in der letzten Gemeinderatssitzung einstimmig die Gründung einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung aller Betroffenen (Gemeinde, Schule, Elternverein und Bildungsdirektion) beschlossen. „Der Ausbau des Kanalnetzes sowie des Leitungsnetzes gehen mit diesem Wachstum einher“, so Horak.

Die Gemeinde Donnerskirchen setzt aktuell auf die Belebung und Verdichtung des Ortskerns. So werden im Oktober elf Mietwohnungen auf der Hauptstraße ihren Mietern übergeben. Die durch die OSG errichteten Wohnungen haben eine Wohnfläche von 42 bis 50 Quadratmetern. Auf einem Satteldach befindet sich außerdem eine Photovoltaikanlage. Der Baustil der neuen Wohnungen füge sich etwa durch die schrägen Dächer harmonisch ins Ortsbild ein. Alle elf Wohnungen sind bereits vergeben.

Donnerskirchen setzt auf Ortskern-Verdichtung

Ein weiteres Projekt im Ortskern soll folgen: Das ehemalige Ortsgasthaus wird im Jahr 2023 abgerissen, es entstehen 14 neue Genossenschaftswohnungen, die ebenfalls die OSG errichtet. Ein privater Investor hat ebenfalls ein Haus in Ortskernnähe (Wiener Straße) abgerissen und will 16 neue Eigentumswohnungen im Jahr 2023 fertigstellen. Außerdem gibt es Gespräche für vier Reihenhäuser, die nahe dem Bahnhof geplant werden sollen.

„Der Mix aus Miet-, Genossenschafts-, und Eigentumswohnungen in Verbindung mit Reihenhäusern und Einfamilienhäuser hat sich in den letzten Jahren bewährt. Diesen Weg des sanften Wachstums wollen wir auch in Zukunft fortsetzen“, so der Bürgermeister. Neue Aufschließungsgebiete gibt es laut Mezgolits aktuell nicht, da der Ortskern verdichtet bzw. am Markt verfügbare Bauplätze mobilisiert werden sollen. Gespräche über neues Bauland gebe es allerdings laufend. Hier setzt die Marktgemeinde Donnerskirchen auf gemeinsamen Weg mit den Grundeigentümern.

„Sanftes, moderates Wachstum von innen nach außen ist der Weg, den wir als Gemeinde gewählt haben und weiter forcieren. Was abgelehnt wird, sind große Siedlungsbauten an den Ortsrändern.“