Wulkasafari als spannende Tour durchs Schilf. Von außen betrachtet scheint der Schilfgürtel eintönig, bei genauerer Betrachtung enthüllt sich der Artenreichtum.

Von Lisa-Marie Zehetbauer. Erstellt am 15. August 2019 (06:41)

Gruppenleiter Arno Cimadom bot interessante und wissenswerte Einblicke in den Donnerskirchner Kanal (Naturpark des Neusielder Sees – Leithagebirge).

Der Schilfgürtel bedeckt mehr als die Hälfte der Gesamtfläche des Neusiedler Sees und stellt mit seinen rund 180 km² nach dem Donaudelta den zweitgrößten zusammenhängenden Schilfbestand in Europa dar.

Der Schilfgürtel: Eine Pflanze, viele Tiere

Auch wenn der Schilfgürtel nur aus einer Pflanze, dem Schilf besteht, bietet er dennoch Platz für eine Vielzahl an Tierarten. Je nach Alter des Schilfbestandes und Wasserstand entsteht eine Reihe verschiedener Kleinlebensräume.

Überschwemmte und trockene Bereiche, dichtes Schilf und offene Wasserflächen, junge und alte Schilfbestände – das und vieles mehr macht den Schilfgürtel aus. Rehe, Rothirsche und Wildschweine nutzen den dichten „Rohrwald“ als Unterstand. Über 35 Vogelarten, verschiedenste Fischarten, Amphiben, unzählige Wasserinsekten und kleine Krebstiere nutzen den Schilfgürtel als Lebensraum.

Im Frühjahr sind neben den Gesängen der Vögel auch die Rufe von Laubfröschen, Wasserfröschen oder der seltenen Rotbauchunke zu hören. Die Tiere grenzen damit ihre Reviere ab oder versuchen, Weibchen anzulocken.

Auch Fischen bietet das Schilfgeflecht einen optimalen Nahrungs- und Rückzugsraum. Sie ernähren sich unter anderem von den Wasserinsekten und Kleinkrebsen, die sich hier ebenfalls tummeln.

Aus dem Leben des Drosselrohrsängers

Mit seinem Gesang ist der Drosselrohrsänger einer der auffälligsten Schilfbewohner. Die fittesten Drosselrohrsänger- Männchen sind meist diejenigen, die als erste im Frühjahr wieder in den Brutgebieten ankommen und gute, große Territorien für sich in Anspruch nehmen können. In solchen Revieren können auch mehrere Weibchen brüten. Lauter Gesang lockt die Weibchen an und vertreibt gleichzeitig andere Männchen.

Wissenswertes über die Bartmeise

Bartmeisen führen Langzeitehen – manche sprechen sogar von lebenslangen Paarbindungen. Bei der Wahl des geeigneten Partners scheint das Weibchen unter anderem auf die Länge des Bartes zu achten: Je länger der Bart, desto attraktiver das Männchen. Ein Bartmeisen-Paar zieht in der Regel 2 bis 3 Bruten pro Jahr auf. Manche Weibchen wollen sich dabei vor der Kinderaufzucht drücken und versuchen, ihre Eier fürsorglichen Nachbarinnen unterzujubeln.