Nordburgenländer (20) vergewaltigte Teenager (15). 20-Jähriger fesselte 15-Jährige und erzwang Sex. 22 Monate Haft – nicht rechtskräftig. Von Elisabeth Kirchmeir

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 12. Juni 2019 (11:31)
Werner Müllner
Das Justizzentrum Eisenstadt.

In einem Ferienlager hatten sich der Angeklagte und das damals elfjährige spätere Opfer kennengelernt. Beide stammen aus schwierigen Verhältnissen, waren in Pflegefamilien großgeworden.

15-Jährige mit Panzertape gefesselt

Die jungen Leute verstanden sich gut, sie trafen sich immer wieder. Bei einem Besuch, der im Herbst 2018 in der Wohnung des Angeklagten stattfand, war plötzlich alles anders.

Der 20-Jährige fesselte seine 15-jährige Freundin mit Panzertape und verband ihr den Mund mit einem Schal. Er schlug ihr ins Gesicht und vollzog gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr.

Danach habe er sich, so die Staatsanwältin im Anklagevortrag, bei der Jugendlichen entschuldigt. „Er sicherte ihr zu, das werde nie mehr vorkommen“, berichtete die Staatsanwältin.

Eine Woche später kam es zum nächsten sexuellen Übergriff. Am 16. Dezember 2018 vergriff sich der Angeklagte jedoch ein weiteres Mal an der jungen Frau.

Vergewaltiger holte Nachbarn zu Hilfe

Nach dem Übergriff verständigte der Angeklagte selbst die Nachbarn, die sich um das Opfer kümmerten, während der Angeklagte randalierte und sich selbst mit einem Messer in den Unterarm stach.

Die 15-Jährige wurde nach dieser letzten Gewalttat ins Spital gebracht, der 20-Jährige verhaftet. Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte umfassend geständig. „Es ist ihm sehr peinlich, was da passiert ist“, sagte sein Verteidiger.

Das „Nein“ seiner 15-jährigen Freundin habe er „grundsätzlich anders interpretiert“. Bei dem letzten Übergriff sei der Angeklagte alkoholisiert gewesen. Die Polizei stellte eine Alkoholisierung von zwei Promille fest. Und weil der Angeklagte das Unrecht einsehe, habe er, so der Verteidiger, 2.000 Euro mit, die an das Opfer übergeben werden sollen.

Das Urteil des Schöffensenates lautete auf 22 Monate Haft unbedingt. An das Opfer muss der Angeklagte noch weitere 2.000 Euro an Zahlungen leisten.