Ungar nahm nicht nur Sperrmüll mit. Für sechs Monate muss ein 53-jähriger Ungar ins Gefängnis, der unter anderem die Naturfreunde und den ASKÖ bestohlen hat.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 07. November 2019 (05:21)
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Immer wieder war ein heute 53-jähriger Ungar in den vergangenen Jahren im Burgenland unterwegs gewesen, um Sperrmüll zu sammeln. Immer wieder nahm er dabei auch Gegenstände mit, die gar nicht zum Abholen bereitgestellt worden waren.

Im Juni des Vorjahres hatte der Mann beispielsweise bei den Naturfreunden in Eisenstadt einen Rasenmähertraktor im Wert von 1200 Euro gestohlen, den er dann auf einen ebenfalls gestohlenen PKW-Anhänger verlud.

Weitere PKW-Anhänger stahl der Mann im Juli 2018 in Gols und in Eisenstadt.

Anfang September 2018 brach der Mann die Eingangstür eines Baucontainers auf, der beim Tennisclub des ASKÖ in Eisenstadt abgestellt war, und nahm aus dem Container einen Rasenmäher, eine Motorsense und einen Erdbohrer mit.

In den Jahren davor hatte der Mann weitere Diebstähle begangen. Teilweise war er auf frischer Tat ertappt und von der Polizei einvernommen worden, ein Teil des Diebsgutes konnte den Besitzern ausgefolgt werden.

Beim Tennisplatz blieb DNA zurück

Beim Einbruch in den Baucontainer beim Tennisclub in Eisenstadt hatte der Ungar DNA-Spuren hinterlassen. Per internationalem Haftbefehl wurde nach ihm gefahndet, im September 2019 wurde der Mann verhaftet und in die Justizanstalt Eisenstadt gebracht. Am Montag dieser Woche bekannte er sich vor Richterin Karin Lückl zu den meisten angeklagten Straftaten schuldig.

Er behauptete, manchmal nicht gewusst zu haben, dass es sich gar nicht um Sperrmüll handelte. Dem widersprach Staatsanwalt Anton Paukner: „Der Angeklagte konnte nicht davon ausgehen, dass Dinge, die auf Privatgrundstücken abgelegt waren, zur freien Entnahme dienten.“ Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte gab an, die Diebstähle begangen zu haben, um durch den Verkauf des Diebsgut sein Leben zu finanzieren. Er wurde zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, davon sechs Monate unbedingt, und nahm das Urteil an.

4.023 Euro muss er an den Staat bezahlen, das ist jener Betrag, mit dem sich der Angeklagte durch die Diebstähle bereichert hat.