Panzerknacker kamen übers Dach

Täter wollten Tresor in Parfümerie im EZE aufschneiden - Funkenflug löste Feueralarm aus. Polizei analysiert Tätervideo.

Elisabeth Kirchmeir Erstellt am 26. August 2021 | 03:17
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Über ein Loch in Dach und Decke drangen die Täter ins EZE ein.
Foto: Kirchmeir

Bis auf weiteres geschlossen bleibt jene Parfümerie im Einkaufszentrum EZE in Eisenstadt, in die am Montag, 23. August, in den frühen Morgenstunden eingebrochen worden war.

„Man weiß, dass eine unbekannte Tätergruppe über das Dach eingedrungen ist und versucht hat, in den Räumlichkeiten der Parfümerie den Tresor zu öffnen“, berichtet Heinz Heidenreich, Pressesprecher der Landespolizeidirektion.

Die Täter hatten einen Winkelschleifer benutzt, mit dem sie den Tresor aufschneiden wollten.

Das Gerät entwickelte dabei erheblichen Funkenflug, wodurch der Brandmeldealarm ausgelöst wurde.

Aufgrund des Feueralarms fuhr die Feuerwehr beim EZE vor. Rasch bemerkten die Feuerwehrleute, dass nicht ein Brand, sondern ein Einbruchsdiebstahl vorlag, und sie verständigten die Polizei.

Videoaufzeichnungen zeigen mehrere Täter. Bekannt ist auch, dass diese mit einem dunklen Van flüchteten. Minuten danach traf die Polizei am Tatort ein.

„Die Täter dürften mitbekommen haben, dass sie den Brandalarm ausgelöst hatten“, sagte der Polizeisprecher. Daraufhin ergriffen sie die Flucht - vermutlich wiederum über das Loch in der Zwischendecke und im Dach.

Das Werkzeug blieb am Tatort zurück.

Wäre es nicht zum Brandalarm gekommen, hätten die Einbrecher wohl noch länger versucht, den Tresor zu öffnen.

Tatsächlich dürften sie nur einige Parfüms gestohlen haben.

„Wir sind erst dabei, eine Bestandserhebung zu machen“, gab Sigrid Aibler, zuständige Bereichsleiterin der Parfümerie-Kette, bekannt.

Der Schaden sei jedenfalls sehr groß, sowohl im Geschäft, als auch im Büro und am Dach.

Tresor lässt sich jetzt gar nicht mehr öffnen

„Die Täter versuchten den Tresor aufzuschweißen, das gelang ihnen aber nicht“, berichtet die Managerin. Aufgrund der groben Öffnungsversuche sei es nun aber auch nicht mehr möglich, den Tresor auf reguläre Art zu öffnen.

Am Montagvormittag führte die Polizei am Tatort die Spurensicherung durch. Der Geruch des heftigen Winkelschleifer-Gebrauchs hing noch in der Luft, das nicht beleuchtete Geschäftslokal wurde mit rot-weiß-rotem Absperrband gesperrt. Immer wieder näherten sich Kunden, die darüber rätselten, was hier wohl passiert sei.

Seitens der Polizei heißt es, dass die Ermittlungen noch laufen. Man gehe davon aus, dass die Einbrecher den Tatort im EZE vorab ausgeforscht haben.

Parallelen gibt es zu einem Einbruchsdiebstahl 2014: Auch damals drangen die Täter durch ein Loch im Dach in die Parfümerie im EZE ein und richteten großen Schaden an.