Test: Stadtbus wird Gratis-Regionalbus. Elf Tage lang fährt der Stadtbus auch in die ausgewählte Umlandgemeinden. Und zwar gratis. Kritik: Nur in ÖVP-Gemeinden.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 07. August 2019 (15:08)
ÖVP-Ortschefs. Stefan Bubich (Oslip), Thomas Steiner (Eisenstadt), Roman Zehetbauer (Schützen), Eduard Scheuhammer (St. Margarethen).Unten: Der Fahrplan der neuen Linie 5.
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Von Montag, 19. bis Freitag, 30. August wird der Eisenstädter Stadtbus auf die Gemeinden Schützen, Oslip und St. Margarethen erweitert und so zu einem Regionalbus. In diesem Projektzeitraum sind die Stadtbusse gratis, sowie alle Busse des Verkehrsverbundes Ost VOR in Eisenstadt. Es handelt sich dabei um einen Pilotversuch, der Erfahrungen für zukünftige Mobilitätslösungen bringen soll. Bürgermeister Thomas Steiner will „die Möglichkeit schaffen, dass niemand ein eigenes Auto braucht, um mobil zu sein.“

Linie 5. Die neue Linie macht den Stadtbus zum Regionalbus, auch Schützener, Osliper und St. Margarethener können jetzt einsteigen.
Stadt

St. Margarethens Bürgermeister Eduard Scheuhammer ist überzeugt, dass das Angebot angenommen wird: „Beim bestehenden Angebot ist Luft nach oben – besonders Richtung Familypark.“ Die Verbindung zu diesem betont auch der Osliper Ortschef Stefan Bubich: „Die Verbindung nach St. Margarethen wurde ja vor Jahren aufgelassen.“ Schützens Bürgermeister Roman Zehetbauer kann sich über Anbindungen nach Eisenstadt nicht beschweren, hofft aber auf „neue Akzente für die Bevölkerung“.

Kritik: Nur ÖVP-Gemeinden anfahrwürdig?

Das sieht auch Steiner so, für ihn diene das Projekt als Werbemaßnahme für den Stadtbus. Weswegen die Stadt wohl auch die gesamten Projektkosten von 10.000 Euro schultert, wie die Rathaus-Opposition kritisiert. Diese sei darüber hinaus erst gar nicht informiert worden.

Hauptkritikpunkt ist die Auswahl der ausschließlich ÖVP-dominierten Gemeinden, sind sich Thomas Schnöller („Sind andere nicht anfahrwürdig?“) von der FPÖ und Lisa Vogl („Warum nicht zum Bahnhof nach Müllendorf?“) von der SPÖ einig. SPÖ-Gemeinden seien erst gar nicht gefragt worden. Die Stadtgemeinde Eisenstadt widerspricht: Man habe E-Mails an alle Umland-Gemeinden geschickt, aus Müllendorf, Großhöflein und Trausdorf kamen aber sofort absagen, hieß es aus dem Büro Steiners.