Zweijährige Bausperre für große Bauprojekte. Eisenstadt erlässt für große Bauprojekte eine auf zwei Jahre befristete Bausperre. "Normale" Häuslbauer sind von der Maßnahme nicht betroffen, betonte Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) am Freitag in einer Aussendung. Die Zeit des Baustopps will man in der Landeshauptstadt dazu verwenden, einen flächendeckenden Bebauungsplan über das gesamte Stadtgebiet zu entwickeln.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 11. September 2020 (13:33)
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Wohnen und Bauen in Eisenstadt sei beliebt. "Es gibt in vielen Stadtteilen - vor allem auch in klassischen Einfamilienhausgebieten - Nachverdichtungswünsche von Investoren und Bauträgern. Da setzen wir jetzt einen Riegel vor. Nachverdichtung ja, aber qualitätsvolle Nachverdichtung, die ins Ortsbild passt", erläuterte Steiner. Mit der Erarbeitung eines flächendeckenden Bebauungsplans reagiere man auf den steigenden Siedlungsdruck in diesen Gebieten.

"Wir wollen unsere Stadt nachhaltig entwickeln und Eisenstadt mit ebendieser hohen Lebensqualität an die künftigen Generationen übergeben", stellte der Stadtchef fest. Dazu gehöre auch, bestehende dörfliche und kleine Struktur zu erhalten.

Die Stadt habe ihre absoluten und temporären Siedlungsgrenzen festgelegt und mache keine großflächigen Umwidmungen für Wohnbauten mehr. "Da die sprichwörtliche grüne Wiese als Baugebiet nun ausfällt, rücken Leerstände im Ortskern oder Regionen mit geringer Siedlungsdichte immer mehr in den Fokus von Bauträgern", schilderte Steiner. In Gebieten mit klassischen Einfamilienhäusern komme es verstärkt zum Ankauf dieser Liegenschaften oder Leerständen in Ortsgebieten und zur Neuerrichtung von Wohngebäuden.

Das Problem dabei sei, dass über bereits verbaute Baugebiete keine rechtlich verbindlichen Gestaltungsgrundlagen vorhanden seien. Zudem habe die Erfahrung gezeigt, dass Nachverdichtungsprozesse und Städtebau eben ohne Bebauungsplan zu Problemen führten.

Beim neuen, flächendeckenden Bebauungsplan soll das Verhältnis zwischen verbauter Fläche und Wohneinheiten eine große Rolle spielen. Bereits genehmigte Bauvorhaben seien von der angekündigten Bausperre nicht betroffen, ebenso wenig normale Einfamilienhäuser.

Betroffen von der Bausperre ist ein Gebiet von rund 212 Hektar. Experten sowie die Fachabteilung der Landeshauptstadt haben für diese Regionen einen Vorschlag erarbeitet, der in der Steuerungsgruppe mit allen Parteien diskutiert werden und im Gemeinderat beschlossen werden soll. Die Bevölkerung soll so früh wie möglich in das Vorhaben eingebunden werden, kündigte Bauausschuss-Obfrau Ruth Klinger-Zechmeister an. Bewohner und Eigentümer könnten sich an der Erarbeitung des Bebauungsplanes im Zuge von Planungsworkshops beteiligen.